Der freiwilligen Pause folgt eine unfreiwillige: Neurauter verletzt

Nach einem schweren Sturz ist die Saison für den Tiroler Motocross-Fahrer Lukas Neurauter vorzeitig beendet.

Motocrosser Lukas Neurauter in Aktion – ein Wadenbeinbruch zwingt ihn jetzt zur Ruhe.
© Zangerl

Von Alois Moser

Innsbruck –Nach einer durchwachsenen Saison und einer zweiwöchigen Verschnaufpause wollte Motocrosser Lukas Neurauter am Wochenende wieder ins Geschehen einsteigen. Doch schon im Training für den WM-Lauf in Frauenfeld (SUI) stürzte der Rietzer und verletzte sich schwer. Die Hiobsbotschaft folgte umgehend: Wadenbeinbruch und damit vorzeitiges Saisonende.

„Ich bin in eine Linkskurve eingebogen und habe nur einen lauten Knall gehört. Offenbar habe ich irgendwo eingefädelt“, lässt der 24-Jährige den Unfallhergang Revue passieren: „Zunächst dachte ich nur, mein Stiefel ist gebrochen, doch dann bemerkte ich schnell die stärker werdenden Schmerzen.“ Neurauter, als Motocrosser ein harter Hund, rollte selbst zum Arzt. Am Sonntag gab es dann die endgültige Diagnose: Bruch oberhalb des Sprunggelenks und Operation. Das unausweichliche Saisonende nahm der KTM-Werkspilot stoisch hin: „Jammerschade, aber in unserem Sport gibt es eben ein Restrisiko. Mit der Verletzungspause muss ich leben.“

Diese Pause kann der Ötztaler nun dazu nutzen, um über die bisherige Saison und über die Zukunft nachzudenken. Neurauter war heuer in der ADAC MX Masters sowie zum ersten Mal in den Europarennen der Motocross-WM unterwegs. Eine Herausforderung, die es in sich hat. „Auf diesem Niveau zu fahren, ist eine ganz andere Belastung“, beschreibt der 24-Jährige die Umstellung. „Das Rundherum ist viel anstrengender als in der Staatsmeisterschaft.“

Deshalb gönnte er sich zuletzt auch eine Auszeit: „Ich habe mich ziemlich müde gefühlt.“ Diese Pause geht nun leider direkt ins vorzeitige Saisonende über. Es bleibt Zeit, um Bilanz zu ziehen. Dass in der WM die Trauben so hoch wie sonst nirgends hängen, ernüchterte Neurauter nicht: „Dass heuer ein Lernjahr wird, haben wir gewusst.“ Mit seinem Abschneiden gegenüber der Motocross-Elite ist er zufrieden, im MX Masters dagegen weniger: „Da hat es mich heuer gefuchst. Vom Speed her bin ich richtig gut, und ich war auch schon zweimal auf der Pole-Position. In den Rennen hat aber das Glück gefehlt. Ich hoffe, das ändert sich bald.“

Dass Neurauter, der nur mit seinem Mechaniker unterwegs ist, gegenüber den mit mehrköpfigen Teams auftretenden Konkurrenten einen Nachteil hat, bekümmert ihn wenig: „Das ist einfach so, und manches ist vielleicht auch übertrieben.“

Um auf Dauer erfolgreich sein zu können, müsse man sich aber überlegen, die nächsten Schritte zu setzen: „Wir werden in den nächsten Wochen besprechen, ob und wie wir professioneller werden können. Auf jeden Fall möchte ich mit dem gleichen Team weitermachen, das mich bisher auch schon zu 120 Prozent unterstützt hat.“ Das Ziel lautet: im nächsten Jahr regelmäßig in die Punkte zu fahren. Vorerst muss aber auch ein wilder Hund wie Lukas Neurauter ein paar Gänge runterschalten.


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