“Qualitätsoffensive 2022“: Den Ballungsraum im Visier

Mit der „Qualitätsoffensive 2022“ will das Stadtmarketing Hall den Großraum Innsbruck als Kernmarkt forcieren – mit Fokus auf die „Marke“ Altstadt und noch mehr Veranstaltungen.

© Domanig

Von Michael Domanig

Hall –„Dieses neue Konzept wurde nicht von uns am Schreibtisch ausgetüftelt, sondern fasst viele Ideen zusammen, die von Kaufleuten, Touristikern und Stadtpolitik über Jahre zusammengetragen wurden“, sagt Michael Gsalle­r, Chef des Haller Stadtmarketings – und meint damit die „Qualitätsoffensive 2022“. Mit diesem ehrgeizigen Arbeitsprogramm, das sich über fünf Jahre erstreckt, sollen die Aktivitäten des Stadtmarketings gebündelt und neu ausgerichtet werden.

Einer der Schwerpunkte der neuen Offensive – die das bestehende, noch bis 2020 laufende Stadtmarketingkonzept ergänzt – ist ein verstärkter Fokus auf den Großraum Innsbruck und Umgebung:

„Wir haben das Glück, in einem Ballungsraum zu liegen“, erklärt Gsaller, „Hall ist quasi ein besonders schönes Stadtviertel in einer großen Stadt mit ca. 300.000 Einwohnern.“ Genau diese Zielgruppe wolle man in den kommenden Jahren medial und werbetechnisch gezielter ansprechen. Das Motto laute also: Weg vom Gießkannenprinzip und stattdessen Konzentration auf den Ballungsraum als Kernmarkt. „Diese Menschen sind vor unserer Haustür und durch persönliche ‚Ansprache‘ gut zu erreichen“, meint Gsaller. „Hier können wir mit unseren Mitteln viel mehr bewegen, als wenn wir überall herumkleckern.“ Zumal es sich beim Großraum Innsbruck um eine Zuzugs- und Wachstumsregion handle – und man mit Schwerpunkten wie Bauernmarkt und Bioprodukten, Kultur- und Bildungsangeboten gerade bei der heimischen Bevölkerung punkten könne.

Für die Offensive habe man die Wettbewerbsvorteile von Hall klar herausgearbeitet, führt Gsaller aus: Der „USP“, also das Alleinstellungsmerkmal, sei zunächst die „Einzigartigkeit“ der größten Tiroler Altstadt – die viele Tiroler aber gar nicht richtig kennen würden. Hinzu komme die kleinteilige Geschäftsstruktur: In der Altstadt gebe es inklusive Freiberuflern rund 300 Geschäftsanschriften. „Fast alle Betriebe sind unternehmergeführt, der Chef berät hinterm Tresen. Diese Besonderheit müssen wir noch viel stärker herausarbeiten.“ Der dritte Vorteil sei die Vielzahl an Veranstaltungen in Hall: Schon jetzt sei in der Altstadt an rund vierzig Samstagen im Jahr Programm geboten. „Lücken“ zwischen Jänner und erster Aprilhälfte sollen noch geschlossen werden. „Der Gast soll sich darauf verlassen können, dass immer etwas los ist, wenn er nach Hall kommt.“

Als eine der konkreten Maßnahmen wird der beliebte Bauernmarkt am Oberen Stadtplatz ab 24. März 2018 von seinem jetzigen Standort, wo er laut Gsaller „aus allen Nähten platzt“, um einige Meter nach Osten verschoben: Damit komme der Markt quasi mitten am „Hauptplatz“ an, so Gsaller, und könne auch flächenmäßig erweitert werden.

Zugleich sollen Veranstaltungen verstärkt auf den Stiftsplatz, in die Bachlechnerstraße oder auf den Unteren Stadtplatz verlegt werden, „damit es jeden Samstag zwei Attraktionen gibt“.

Auch die Mitarbeiter der großen Haller Firmen will das Stadtmarketing künftig gezielt ansprechen. Der Erfolg der Veranstaltung „Offenes Werks­tor“ – mit geführten Touren zu Betrieben in Hall und Umgebung – zeige, wie viele Unternehmen mit „Tausenden qualifizierten Mitarbeitern“ in Hall ansässig seien, erklärt Gsaller. „Viele waren aber noch nie in der Altstadt.“ Geplant sei daher etwa, die Firmen zu Stadtführungen mit gemütlichem Ausklang einzuladen, „das wollen wir strategisch angehen“.

Daneben gelte es mit Unterstützung der Stadt diverse kleinere infrastrukturelle Aufgaben in Hall umzusetzen – von der Modernisierung der öffentlichen Toiletten über den weiteren Ausbau von WLAN-Hotspots bis hin zu neuen Akzenten bei Beschilderung und Begrünung der Altstadt.

Die „Qualitätsoffensive“ richte sich an die gesamte Tourismusregion Hall-Wattens, betonen Gsaller und TVB-Obmann Werner Nuding. Auch Wattens verfüge über eine aktive Kaufmannschaft mit 90 Mitgliedern (Hall: 140), „die möglichst viele unserer Ideen übernehmen und weiterentwickeln sollen“, sagt Gsaller. Das Stadtmarketing wolle dazu eine Art „Werbering“ installieren, in dem sich Kaufleute, zusammenschließen können, „um Markenbotschafter für Hall und Wattens zu sein“.


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