Fipronil in jeder zehnten Eiprobe: Vermutlich auch Tirol betroffen

In Österreich wurde in jedem zehnten getesteten Eiprodukt aus dem Großhandel das Insektengift Fipronil nachgewiesen. Auch Tirol dürfte wohl betroffen sein.

(Symbolbild)
© dpa

Von Max Strozzi

Innsbruck –Seit gestern Vormittag steht es fest. Mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier sind in Österreichs Großhandel in Umlauf gekommen. Das Innsbrucker Ages-Labor hat Frischeier, Backwaren, Hühnerfleisch, Kekse, Mayonnaise, Teigwaren und Waffeln getestet. Ergebnis: In 8 der bisher überprüften 80 Proben aus ganz Österreich wurde Fipronil gefunden, zehn weitere Proben müssen noch abgeklärt werden, erklärte Reinhold Antoniacomi von der Landessanitätsdirektion gegenüber der TT. „Ich gehe davon aus, dass auch positive Proben aus Tirol dabei sind“, so Antoniacomi. Die positiven Proben seien ausschließlich in Eiprodukten aus dem Großhandel entdeckt worden und stammen aus Deutschland, Holland, Belgien und Polen. Im Einzelhandel sei nichts gefunden worden.

Der höchste bei den Tests gemessene Fipronil-Wert habe 0,1 Milligramm (mg) pro Kilogramm betragen. Bis zum Siebenfachen dieses Werts, konkret bis 0,76 mg pro Kilogramm, sei Fipronil laut Antoniacomi nicht gesundheitsschädlich. Doch selbst in geringer Konzentration habe das Gift in den Produkten „überhaupt nichts verloren“, betont Antoniacomi. Mit der Testreihe sei es noch nicht getan. „Es wird laufend weitergetestet“, so der Landesexperte.

Den Ausgang nahm der Gifteier-Skandal in Belgien und den Niederlanden. Eine holländische Firma hatte Fipronil illegal in ein homöopathisches Anti-Läusemittel gemischt und viele belgische und niederländische Geflügelfarmen damit gereinigt. Zwei mutmaßliche niederländische Schlüsselfiguren des Skandals sitzen seit Donnerstag in Untersuchungshaft.

Mit dem Gifteier-Skandal, der sich weltweit auf 15 Länder ausgedehnt hat, werden die Rufe nach einer besseren Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten lauter. Zuletzt hatte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) eine Ausweitung der Herkunftskennzeichnung auch bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gastronomie sowie in Großküchen gefordert und damit Wirte und Hoteliers verärgert.

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FP-Nationalrat Gerald Hauser kritisiert, dass ÖVP und SPÖ bereits im Dezember 2016 einen Antrag im Landwirtschaftsausschuss abgelehnt hätten, mit dem die Bundesregierung aufgefordert werden sollte, sich für die Angabe der Herkunft der Eier sowie der Haltungsform der Legehennen auch bei verarbeiteten Eiern und Eiprodukten auf EU-Ebene einzusetzen sowie national entsprechende Gesetze zu verabschieden.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert schärfere Gesetze und hohe Strafen für Unternehmen. „Hersteller müssen verpflichtet werden, ihre eigenen Produkte umfangreich auf mögliche Gesundheitsrisiken zu testen“, heißt es laut dpa in einem Aktionsplan des Vereins.

Info-Hotline der AGES:

Für Fragen zu Fipronil hat die AGES eine Infoline unter 050 555 555 eingerichtet.


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