Die Wacker-Damen beschreiten neue Wege

Ein unerfahrenes Wacker-Frauen-Team startet am Wochenende in die zweite Liga: Neue Verantwortliche setzen auf andere Strategien.

Zugänge verjüngen die Wacker-Damen. Zusammenhalt wurde beim Teambuildingslager in Kirchberg geprobt. Unter anderem unter der Aufsicht des Sportlichen Leiters und Neo-Coaches Masaki Morass (ganz rechts).
© FC Wacker

Von Susann Frank

Innsbruck –Um die Wacker-Damen auf neue Füße zu stellen, hat Masaki Morass viele Kilometer zurückgelegt. Der neue Sportliche Leiter und Trainer sprach in ganz Tirol mit 150 Personen, um zu erfahren, was sie sich von Innsbrucks Damen-Abteilung zukünftig wünschen: „Mehr Kommunikation, eine Vertrauensbasis und professionelles Training lauteten die Antworten von Spielerinnen, Eltern, Trainern und Funktionären – auch anderer Vereine“, erklärte Morass und setzte die Punkte auf die Agenda. So wie viele andere, die er in den vergangenen Monaten abgearbeitet hat.

Schließlich ist nach dem Abstieg in die zweite Liga und den Rücktritten des langjährigen Sportlichen Leiters Horst Braun und der Trainer beider Mannschaften nichts mehr wie früher bei den schwarz-grünen Damen. In die zweite Liga Mitte/West startet am Sonntag um 14 Uhr gegen SV Wals laut Morass auch ein neuer Kader.

„Für die erste und zweite Kampfmannschaft stehen uns insgesamt 40 Spielerinnen zur Verfügung. Da sind viele Zugänge dabei. Auch einige Talente vom Tiroler Fußballverband, die sich bereiterklärt haben, den neuen Weg mitzugehen“, sagte der in Tokio geborene Fußballtrainer.

Dabei sollen positives Image und Nachhaltigkeit vor dem schnellen Erfolg bei den jungen Teams (Altersdurchschnitt um 3,2 Jahre gesunken) stehen. Deswegen trainieren mittlerweile beide Teams (zweite Mannschaft Tiroler Liga) immer gemeinsam – mit einem größeren Betreuungsteam.

Zwei Co-Trainer, ein Athletiktrainer, zwei Physiotherapeuten, ein Mentaltrainer und ein Teammanager kümmern sich neben Morass um die Anliegen der kickenden Frauen. „Wir wollen, dass die Damen rundum versorgt sind. Wir wollen nicht, dass sie verletzungsbedingt nur abseits der Mannschaft trainieren können. Das Thema Ernährung steht jetzt auch auf dem Trainingsplan“, erklärte der 38-Jährige. Und auch Teambuilding. Dafür begab man sich vergangenes Wochenende für zwei Tage auf Einladung Clemens Riedlspergers nach Kirchberg.

Vieles basiert bei den Damen aufgrund des geringen Budgets auf freiwilliger Basis. Morass setzt dafür auf die menschlich wertvolle Anerkennung.

Über neue Medien wie Instagram und Youtube sollen alle Mannschaftsmitglieder ihren Einsatz wiederfinden und dieser auch verbreitet werden.

Gemeinsame Aktionen mit den Herren sollen die jungen Damen mehr in den Fokus rücken. Das soll auch zu mehr Selbstbewusstsein führen, was wiederum zu mehr Stärke auf dem Platz umgewandelt werden soll.

Zukünftig. Die Worte „sofortiger Wiederaufstieg“ will der ehemalige Horn-Co-Trainer nicht hören und in den Mund nehmen: „Natürlich wollen wir auch Spiele gewinnen. Wenn wir uns jedoch sonst nicht entwickeln, dann haben wir das Ziel verfehlt“, betonte Masaki Morass.


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