Agrarprodukt-Nachfrage sinkt, Ernährungssicherheit bleibt Problem

Wien/Rom/Paris (APA) - Das Nachfragewachstum nach agrarischen Produkten dürfte sich laut dem neuesten OECD/FAO-Agrarausblick in den nächsten...

Wien/Rom/Paris (APA) - Das Nachfragewachstum nach agrarischen Produkten dürfte sich laut dem neuesten OECD/FAO-Agrarausblick in den nächsten zehn Jahren deutlich verlangsamen. 2016 wurde noch eine Rekordproduktion verzeichnet. Hohe Lagerbestände bei den meisten Agrarerzeugnissen sorgten für sinkende Preise für Getreide, Fleisch und Milcherzeugnisse, während es bei Ölsaaten, Pflanzenölen und Zucker leichte Erholung gab.

Die Ernährungssicherheit wird laut dem Ausblick weiterhin ein bedeutendes globales Problem bleiben. In den am wenigsten entwickelten Ländern dürfte die verfügbare Kalorienmenge bis 2026 etwa 2.450 Kalorien erreichen, in anderen Entwicklungsländern etwa 3.000.

Für so gut wie alle im Ausblick erfassten Rohstoffe erwarten OECD und FAO in den kommenden zehn Jahren ein geringeres Wachstum der Nahrungsmittelnachfrage als in den vergangenen zehn Jahren. So bleibe die Pro-Kopf-Nachfrage nach Getreide weltweit außer in den am wenigsten entwickelten Ländern gleich. Die Fleischnachfrage wird als verhalten eingeschätzt. Es scheine nur eine begrenzte Annäherung an westliche Ernährungsgewohnheiten zu geben.

Die prognostizierte Verlangsamung liegt laut dem Bericht unter anderem daran, dass die Nachfrage bei bisher besonders wichtigen Wachstumstreibern sinkt. Das war in den vergangenen zehn Jahren unter anderem China. Dort stieg der Futtermittelverbrauch wegen steigender Fleisch- und Fischnachfrage um knapp 6 Prozent pro Jahr. Auch der globale Biokraftstoffsektor hatte jährlich einen um fast 8 Prozent steigenden Bedarf. Dazu kam eine Aufstockung der Getreidelagerbestände um 230 Millionen Tonnen.

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„Auf mittlere Sicht wird nicht damit gerechnet, dass diese Faktoren weiterhin so starke Impulse für den Markt liefern werden“, heißt es im Agrarausblick (siehe http://go.apa.at/dSxKYjGl). „Zugleich zeichnen sich keine anderen Nachfragequellen ab, die sie ersetzen könnten.“

~ WEB http://www.oecd.org/ ~ APA280 2017-08-14/15:31


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