Ehrungen des Landes: Sichtbares Zeichen der Anerkennung

Am gestrigen Landesfeiertag wurde traditionell das Engagement von verdienten Bürgern aus dem Bundesland Tirol und Südtirol ausgezeichnet. Landesspitzen würdigten die Solidarität in der Bevölkerung.

In der Innsbrucker Hofburg wurden 200 verdiente Personen aus dem Bundesland Tirol und Südtirol ausgezeichnet.
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Innsbruck — Es ist eine jener Geschichten, die am Hohen Frauentag in Tirol in den Mittelpunkt gerückt werden. Christian Pirkner, Reservist bei der Haller Feuerwehr, bemerkt im Februar einen Brand in der Haller Altstadt. Er erkennt sofort, dass eine Bewohnerin in den Flammen eingeschlossen ist. Pirkner versucht, sie zum Fenstererker hin zu retten, dabei erleidet er ebenfalls schwere Verletzungen. Das Tragische dabei: Die Künstlerin Chryseldis Hofer-Mitterer erliegt im Krankenhaus ihren Verletzungen, Pirkner selbst schwebt in Lebensgefahr, ist heute aber wieder auf den Beinen. Für seinen selbstlosen Einsatz wurde ihm gestern die Lebensrettungsmedaille verliehen. Diese erhielten außerdem der Osttiroler Harald Fuchs aus Sillian und Reinhold Erharter aus Hopfgarten im Brixental.

Die drei Nordtiroler und acht Südtiroler Lebensretter, aber auch Tausende Tiroler stellen sich tagtäglich in den Dienst anderer. Am Marienfeiertag werden sie vor den Vorhang geholt, das Bundesland Tirol und Südtirol zeichnen sie mit den Lebensrettungsmedaillen, Verdienstmedaillen und -kreuzen aus. Dabei geht es gleichermaßen um das Engagement für Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur sowie in den Vereinen. In Tirol sind zahlreiche Ehrenamtliche in den verschiedensten Vereinen vom Sozial- und Gesundheitsbereich bis zum Kunst-, Kultur- und Gemeinwesensektor aktiv — allein die 359 Feuerwehren zählen 32.600 Mitglieder. Da­rüber hinaus haben die Freiwilligenzentren in den Bezirken seit der Gründung 2014 rund 1700 Personen in verschiedenste Bereiche vermittelt.

Leben gerettet (v. l.): Reinhold Erharter rettete einen Mann aus einer Lawine, Harald Fuchs einen reglos treibenden Mann aus der Drau und Christian Pirkner eine Frau aus einer brennenden Wohnung.
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„Diese Menschen füllen die Städte, Dörfer und Gemeinden mit Leben und schenken der Bevölkerung mit ihrer Zeit ihr wertvollstes Gut", würdigte LH Günther Platter die Leistung der Geehrten. Rund 200 Frauen und Männer wurden gewürdigt, knapp zwei Drittel der Ausgezeichneten sind Männer (64,4 Prozent), 35,6 Prozent Frauen. Die Frauenquote ist wohl verbesserungswürdig, wie es Dienstag immer wieder geheißen hat. Platter war es auch ein Anliegen, insgesamt die Solidarität der Tiroler Bevölkerung hervorzustreichen, wie etwa bei Unwetterkatastrophen. Die Bewältigung der Flüchtlingsankünfte sei letztlich ebenfalls nur mithilfe der Bevölkerung gelungen, fügte er hinzu. Die nächste Herausforderung liege jetzt in der Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft.

Sein Südtiroler Amtskollege LH Arno Kompatscher unterstrich den Wert des Ehrenamtes. Er dankte für den Einsatz am Nächsten und für das Gemeinwohl, für den Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft und das Weitergeben gemeinsamer Werte. (TT)

Ein Verdienstsolo für den Trompeter Franz Hackl.
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