EU will diplomatische Bemühungen in Nordkorea-Krise verstärken

Brüssel/Pjöngjang (APA/dpa) - Die EU-Staaten wollen ihre diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Beilegung der Nordkorea-Krise verstär...

Brüssel/Pjöngjang (APA/dpa) - Die EU-Staaten wollen ihre diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Beilegung der Nordkorea-Krise verstärken. Wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am späten Montagabend nach einem Sondertreffen der für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter mitteilte, soll dazu verstärkt die Diskussion mit den früheren Teilnehmern der 2009 abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche gesucht werden.

Diese waren 2003 ins Leben gerufen worden, um den Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm zu entschärfen. Zu den Teilnehmern gehören neben Nordkorea die USA, China, Russland, Japan und Südkorea.

Als Grund für das EU-Botschaftertreffen galten neben den jüngsten nordkoreanischen Raketentests auch die eskalierenden Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und der Führung in Pjöngjang. Nordkorea hatte zuletzt gedroht, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abzufeuern, auf der die USA einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt unterhalten. Zuvor hatte Trump offen wie noch kein US-Präsident vor ihm dem stalinistischen Nordkorea militärisch gedroht.

Auf die Rolle der USA ging Mogherini in ihrer Stellungnahme zu dem Botschaftertreffen nicht konkret ein. Sie forderte lediglich allgemein eine Deeskalation der Spannungen.

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„Es dürfen keinerlei diplomatischen Bemühungen gescheut werden, um zu verhindern, dass es eine weitere Eskalation gibt“, kommentierte Mogherini. Die Europäische Union sei bereit, den Prozess in Richtung eines glaubwürdigen und konstruktiven Dialog zwischen Nordkorea und der internationalen Gemeinschaft zu unterstützen. Sie persönlich habe Südkorea bereits in der vergangenen Woche angeboten, die technische Expertise zu nutzen, die die EU bei den Atomverhandlungen mit dem Iran erworben habe.

Der Führung Nordkoreas drohte Mogherini hingegen weitere Sanktionen an. Angesichts der beschleunigten Fortführung des Atomprogramms werde die EU weitere angemessene Maßnahmen und Antworten in Erwägung ziehen, teilte sie mit.

Die Gespräche in Brüssel fanden im Rahmen einer Sondersitzung des sogenannten Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees (PSK) statt. Mogherini selbst nahm allerdings nicht teil. Das PSK hätte regulär eigentlich erst am 31. August wieder zusammenkommen sollen.


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