Seenotretter rechnet mit weniger Flüchtlingen und Toten vor Libyen

Berlin/Passau (APA/dpa) - Das harte Vorgehen der libyschen Behörden gegen Flüchtlinge und private Seenotretter im zentralen Mittelmeer wird ...

Berlin/Passau (APA/dpa) - Das harte Vorgehen der libyschen Behörden gegen Flüchtlinge und private Seenotretter im zentralen Mittelmeer wird nach Ansicht von Sea-Eye-Sprecher Hans-Peter Buschheuer dazu führen, dass weniger Menschen flüchten und ertrinken.

Der Sprecher der Hilfsorganisation sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag): „Es wird jetzt erfolgreich verhindert, dass die Menschen aufs Wasser gehen und die Flucht wagen. Das bedeutet natürlich auch, dass weniger Menschen ertrinken.“ Gleichwohl sei das libysche Vorgehen ein klarer Rechtsbruch.

Am Wochenende hatten Hilfsorganisationen wie Sea Eye, Ärzte ohne Grenzen und Save the Children angekündigt, sich vorläufig aus dem Rettungsgebiet vor Libyen zurückzuziehen. Als Grund nannten sie Drohungen und die Ankündigung aus Libyen, die eigene Such- und Rettungszone auf internationale Gewässer auszuweiten.

Die libysche Küstenwache zeigt seit einiger Zeit deutlich stärker Präsenz im Mittelmeer - vermutlich auch auf Druck aus Rom und Brüssel hin. Das habe Schmuggler in dem Bürgerkriegsland im Juli davon abgeschreckt, Migranten auf Boote in Richtung Europa zu setzen, erklärte die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Montag.

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Buschheuer gibt zu bedenken, dass die Flüchtlinge nun weiterhin in libyschen Lagern bleiben müssten - „sämtliche UNO-Organisationen und auch die humanitären Organisationen dort im Einsatz berichten von katastrophalen Verhältnissen“, sagte er der Zeitung.


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