Hoffenheim glaubt an Sensation: Keine Angst vor Liverpool

Beim Champions-League-Play-off sind am Dienstag alle Augen nach Sinsheim gerichtet: Dort kämpft die kleine TSG Hoffenheim beim Europacup-Debüt gegen den großen FC Liverpool um den Einzug in die Königsklasse.

Trainer Julian Nagelsmann nimmt mit Hoffenheim beim Europacup-Debüt gleich die Champions League ins Visier.
© imago

Sinsheim - Erst seit neun Jahren spielt Hoffenheim in der deutschen Bundesliga. Nun kommt es am Dienstagabend beim internationalen Debüt gleich zum Duell mit einem der ruhmreichsten Vereine aus dem Mutterland des Fußballs: Liverpool gastiert am Dienstagabend (20.45 Uhr/live ORF eins, ZDF und Sky) im Champions-Leauge-Play-off-Hinspiel beim Dorfvereins in Sinsheim, der an die Sensation glaubt.

„Die Jungs haben letzte Saison hart dafür gearbeitet, so weit zu kommen, jetzt wollen wir den Sack zumachen und dann in der Champions League spielen“, betonte etwa Bayern-Leihgabe Serge Gnabry. „Sich gegen einen großen Gegner durchzusetzen, wäre für uns alle top.“ Mit Stefan Posch, Florian Grillitsch und Robert Zulj stehen gleich drei Österreicher im Kader des Meisterschaftsvierten der Vorsaison.

Zwölf Millionen Euro fürs Weiterkommen

Ein Weiterkommen würde zwölf Millionen Euro in die Kasse von Hoffenheim spülen. Doch mehr als das Geld reizt die Faszination, in der Königsklasse die Kräfte mit europäischen Topclubs messen zu können. „Das ist ein überragendes Ereignis für die Mannschaft und die gesamte TSG Hoffenheim. Wir wollen weiter wachsen und dabei helfen uns solche Aufeinandertreffen natürlich“, erläuterte Geschäftsführer Hansi Flick.

In der Rhein-Neckar-Region dreht sich in diesen Tagen fast alles um das Spiel des Jahres. „Wir können unbeschwert, voller Selbstvertrauen und Freude an diese außergewöhnliche Aufgabe herangehen. Wir haben keinen Druck und können nur gewinnen“, erklärte Vereinsmäzen Dietmar Hopp vor dem Duell mit dem 18-fachen englischen Meister, der vom deutschen Kulttrainer Jürgen Klopp betreut wird.

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Liverpool-Trainer Jürgen Klopp erwartet mit seinen Jungs einen heißen Quali-Tanz.
© AFP

Für den schwärmt sogar Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann. „Ich schätze ihn sehr, weil er ein ganz normaler Typ ist, ein sehr erfolgreicher Trainer, aber null abgehoben, der auch mal für einen Quatsch zu haben ist. Das liebe ich, wenn Leute total normal geblieben sind“, sagte der 30-Jährige. „Mir gefällt, dass er seiner Linie treu bleibt. Er lässt einen ähnlichen Fußball wie in Dortmund spielen und sich von seinem Weg nicht abbringen. Er steht für etwas.“

Ich denke nicht über Coutinho nach. Ich arbeite mit den Spielern, die ich zur Verfügung habe.
Jürgen Klopp, Liverpool-Coach

Das gilt in gleichem Maße aber auch für den jüngsten Trainer der deutschen Fußball-Bundesliga. Seit der Auslosung feilt Nagelsmann an einem Plan, wie er dem Topclub von der Insel ein Bein stellen kann. In Ehrfurcht erstarren wird die TSG trotz der holprigen Generalprobe beim 1:0-Cup-Sieg über den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt keinesfalls. „Wir erwarten ein tolles Erlebnis und ein gutes Spiel von uns. Ich hoffe, dass die Spieler, die nicht auf 100 Prozent gekommen sind, am Dienstag an die 100 Prozent rankommen. Dann ist es auch nicht so ganz einfach, gegen uns zu gewinnen“, erklärte Nagelsmann.

Transfer-Hick-Hack um Coutinho

Zumal Liverpool zum Ligastart nicht gerade glänzte. Beim 3:3 in Watford offenbarten die „Reds“ vor allem in der Defensive einige Schwächen. Zudem fehlt der Brasilianer Philippe Coutinho, der vor einem Wechsel zum FC Barcelona steht und Dreh- und Angelpunkt im Spiel des achtfachen Europacup-Siegers (viermal Meistercup, einmal Champions League und dreimal UEFA-Cup) ist.

Das beflügelt die Hoffnungen der Hoffenheimer, den bisher größten Festtag in der Vereinshistorie mit einem Sieg zu krönen und sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 23. August an der Anfield Road zu verschaffen. „Wir sind wie immer maximal ehrgeizig“, betonte TSG-Profichef Alexander Rosen. „Wir treten schon an, um in die Gruppenphase zu kommen.“

Seit 1997 nimmt der bestplatzierte deutsche Bundesliga-Club hinter den fix qualifizierten Teams an den Qualifikations- oder Play-off-Spielen für die Gruppenphase der Champions League teil. Seither scheiterten erst vier deutsche Teams in der Ausscheidung: 1860 München (2000), Borussia Dortmund (2003), Schalke 04 (2008) und Borussia Mönchengladbach (2012). (APA)

Champions League - Play-off

Dienstag

FK Karabach Agdam (AZE) - FC Kopenhagen 18.00 Uhr

Young Boys Bern - ZSKA Moskau 20.45 Uhr

Sporting Lissabon - Steaua Bukarest 20.45 Uhr

APOEL Nikosia - SK Slavia Prag 20.45 Uhr

TSG 1899 Hoffenheim - FC Liverpool 20.45 Uhr

Mittwoch

SSC Napoli - OGC Nizza 20.45 Uhr

Basaksehir - FC Sevilla 20.45 Uhr

Beer Sheva - Maribor 20.45 Uhr

Celtic Glasgow - FK Astana 20.45 Uhr

Olympiakos Piräus - NK Rijeka 20.45 Uhr


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