Genügend Fachkräfte in Osttirol

Gegen den landesweiten Trend gibt es im Bezirk Lienz mehr Fachkräfte, als gesucht werden. Bis 2030 wird sich das aber ändern.

Facharbeiter werden in Zukunft immer dringender gesucht werden, besonders in Osttirol.
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Lienz –Rein zahlenmäßig steht Osttirol im Vergleich zu den anderen Tiroler Bezirken gut da, was das Vorhandensein von Fachkräften betrifft. Laut Fachkräftemonitor Tirol bietet der Arbeitsmarkt im Bezirk Lienz derzeit Stellen für 17.700 ausgebildete Kräfte. Zur Verfügung stehen hingegen um 100 Personen mehr, nämlich 17.800. In relativen Zahlen beträgt der Überschuss somit 0,6 Prozent.

Das allerdings branchenübergreifend. Ist in manchen Branchen der Fachkräfteüberschuss besonders stark ausgeprägt, so fehlen hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen schon heute Mitarbeiter. Und Fachkräfte mit Studium gibt es ebenfalls auch heute schon zu wenig, nämlich um mehr als zehn Prozent.

Insgesamt ist Osttirol dennoch der einzige Bezirk, in dem es (noch) keinen Fachkräftemangel gibt. In anderen Regionen ist das nicht so. In Reutte zum Beispiel kommen auf 13.900 Stellen nur 13.000 Fachkräfte. Das ergibt einen Engpass von 6,5 Prozent. Im Großraum Innsbruck sind es 3,9 Prozent, im Tiroler Unterland (Schwaz, Kufstein, Kitzbühel) immer noch 3,7 Prozent. Das Oberland (Landeck, Imst) hat um 1,9 Prozent zu wenige Fachkräfte.

In den kommenden zwölf Jahren wird sich das Blatt in Osttirol allerdings wenden, sagt der Fachkräftemonitor voraus. Schon ab 2020 gibt es branchenübergreifend zu wenige Kräfte. Der Engpass wird dann 100 Personen oder 0,6 Prozent betragen. Bis 2030 ist der Engpass bereits auf 2400 Personen oder 13,6 Prozent angewachsen, und das ist höher als in jeder anderen Tiroler Region, so die Prognose.

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Maßgeblich dafür dürfte die Abwanderung der Jugend sein, unter der der Bezirk Lienz schon seit Langem leidet. Laut der Studie des Fachkräftemonitors sollen in Osttirol 2030 vor allem Sozialwissenschafter, Juristen, Ingenieure, Wirtschaftsfachleute und Beschäftigte im Baugewerbe fehlen. (TT, co)

Fachkräftemonitor Tirol

Organisation. Der Fachkräftemonitor (FKM) wurde 2016 von Land Tirol und AMS mit Unterstützung der Wirtschaftskammer entwickelt. Er bezieht viele Details wie das Durchschnittsalter der Beschäftigten oder die Frauenquote mit ein. Mit den Berechnungen beauftragtes Institut ist das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR.

Suchmöglichkeiten. Im FKM lassen sich Fachkräfte-Überschuss oder Mangel je nach Ausbildung abfragen. Es gibt vier Kategorien: Pflichtschulabschluss, Lehre, Matura oder Uni-Studium. Regional wird in fünf Gruppen unterteilt: Außerfern, Oberland, Großraum Innsbruck, Unterland und Osttirol. Die Prognose lässt sich für jedes Jahr bis 2030 einzeln abrufen, ebenso wie für einzelne Berufe.

Im Internet. Alle Daten stehen unter der Internetadresse www.fkm-tirol.at zur Verfügung.


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