Freude, aber auch Wehmut beim Priesterfest

Gleich vier runde Jubiläen von Priestern feierte die Pfarrgemeinde Sillian. Wermutstropfen: Die letzte Primiz ist ein Vierteljahrhundert her.

Die Jubilare Franz Troyer, Anton Kofler und Hermann Steidl (v. l.) wurden vor dem Sillianer Widum empfangen.
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Sillian –Vor sechzig Jahren haben sich Anton Kofler und Franz Ortner in den Dienst der römisch-katholischen Kirchengemeinschaft gestellt. Fünfzig Jahre liegt die Primiz von Hermann Steidl zurück. Ein Vierteljahrhundert ist jene von Franz Troyer her. Die Pfarrgemeinde hat ihre Jubilare mit einem großen Fest am Patroziniumstag der Sillianer Marienkirche, am Hohen Frauentag, hochleben lassen.

Schon am Vortag fand eine Vesper im Gebetshaus statt; die Musikkapelle lud im Anschluss zu einem Konzert am Marktplatz. Die Primizhäuser und Berge um Sillian wurden nach Sonnenuntergang mit kirchlichen Symbolen festlich beleuchtet.

„Wir feiern aus großem Anlass“, begrüßte Dekan Anno Schulte-Herbrüggen drei der Jubilare zum Abendgebet in der Kirche – Franz Ortner konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Schulte-Herbrüggen meinte, bei aller Freude und Dankbarkeit sei ihm doch auch ein wehmütiger Gedanke erlaubt: „Wie würde ein anderes Unternehmen ausschauen, wenn 25 Jahre kein neuer Mitarbeiter eintritt?“

Hermann Steidl, Anno Schulte-Herbrüggen, Anton Kofler und Franz Troyer (v. l.) haben mit den Familien der Jubilare eine Abendvesper abgehalten.
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Der Dekan zitierte aus jener Predigt, die Reinhold Stecher lange vor seiner eigenen Weihe zum Bischof anlässlich der Primiz von Hermann Steidl 1967 hielt. Für die damalige Zeit Unerwartetes, Unerhörtes, ganz im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils habe Stecher in der Sillianer Kirche formuliert. Das Priestertum reiche über die Altarstufe hinab, sei nicht nur in Kloster und Widum zu Hause, sondern im persönlichen Leben und Alltag jedes Einzelnen, meinte Reinhold Stecher damals.

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Pfarrer Anton Kofler aus Kartitsch feierte 60 Jahre, also diamantenes Priesterjubiläum: „Es ist jedenfalls gut gegangen, weil viele gebetet haben. Mich freut, wenn ich so lange im Dienst sein kann.“ Hermann Steidl, goldener Jubilar, formulierte so: „Alles, was man Menschen als Priester an Gutem tun kann, ist Gnade. Die Kraft Gottes bewirkt das Eigentliche. Dafür danke ich.“

Pfarrer Franz Troyer sagte, er habe sehr viel Schönes erlebt, einigen anderen helfen können und würde sofort wieder Priester werden. „Kriegs- oder Krisensituationen lasse­n mich mutig werden. Da denk ich mir, jetzt erst recht!“ Solidaritä­t und Gemeinschaft zählten mehr als alles andere. Steidl und Troyer wirken in Nordtirol.

Die Musikkapelle Sillian geleitete die Priesterjubilare und die Festgäste zum Marktplatz und lud zu einem Konzert.
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