Frankfurter Rentenmarkt tendiert schwächer

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Dienstag erneut unter Druck geraten. Der richtungweisende Euro-Bund-Future...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Dienstag erneut unter Druck geraten. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel bis zum Mittag um 0,21 Prozent auf 163,71 Punkte.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug um gut drei Basispunkte auf 0,43 Prozent. Auch die Renditen in fast allen übrigen Ländern der Eurozone legten zu.

Experten erklärten die schwächere Nachfrage nach als sicher geltenden Wertpapieren mit einer geringeren Risikoscheue der Anleger. Das Risiko einer Ausweitung des politischen Konfliktes zwischen den USA und Nordkorea werde an den Märkten als geringer eingeschätzt, erklärte Dirk Gojny von der National-Bank. Die gestiegene Risikoneigung stützt im Gegenzug den Aktienmarkt.

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal mit 0,6 Prozent zum Vorquartal zwar etwas schwächer gewachsen als erwartet. Nachhaltig gestützt wurden die Anleihen jedoch nicht. Schließlich wurden die Zahlen aus dem ersten Quartal nach oben revidiert. So geht die Commerzbank jetzt von einem Wachstum für das Gesamtjahr von 2,0 Prozent aus, nachdem sie zuvor nur 1,6 Prozent prognostiziert hatte.

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Deutlicher unter Druck geraten sind die Anleihen südeuropäischer Länder. Händler verwiesen auf den Feiertag in Italien und Spanien. Daher kaufe die EZB in beiden Ländern keine Anleihen. In Ländern wie Deutschland und den Niederlanden sei die Notenbank hingegen am Markt präsent.

Die Bedenken des Bundesverfassungsgerichts gegen die Anleihekäufe der EZB spielten am Markt hingegen keine große Rolle. Die Richter schalten nach mehreren Klagen gegen die milliardenschweren Staatsanleihenkäufe der EZB den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein. Der EuGH soll zunächst urteilen, da es sich um EU-Recht handelt. Auf dieser Grundlage entscheidet dann Karlsruhe.

Es gab 23 Verlierer mit Kursabschlägen von bis zu 0,03 Prozentpunkten. Dem standen 39 Gewinner mit Aufschlägen von bis zu 0,21 Prozentpunkten gegenüber. Der Saldo der von der Bundesbank gehandelten Anleihen war ausgeglichen. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 141,39 Punkte. Diesen Index berechnet die Deutsche Börse auf Basis der Kassakurse ausgesuchter Anleihen.


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