Monsun-Opferzahl in Südasien steigt weiter

Kathmandu (APA/AFP) - Mehr als 220 Tote und Hunderttausende Obdachlose lautet die neue Bilanz der Überschwemmungen nach den schweren Monsunr...

Kathmandu (APA/AFP) - Mehr als 220 Tote und Hunderttausende Obdachlose lautet die neue Bilanz der Überschwemmungen nach den schweren Monsunregen in Südasien. In Nepal seien bisher 111 Todesopfer gezählt worden, sagte Innenminister Janardan Sharma am Dienstag vor dem Parlament. 35 Menschen würden noch vermisst, eine Suchaktion laufe.

In den indischen Bundesstaaten Bihar, Westbengalen und Assam im Osten und Nordosten des Landes starben mindestens 81 Menschen, wie ein Regierungsvertreter sagte. Aus dem Nachbarland Bangladesch wurden mindestens 29 Todesopfer gemeldet.

In Bangladesch wurde etwa ein Drittel der Fläche überschwemmt. Rund 1,5 Millionen Menschen hätten daher fliehen müssen, sagte der Leiter der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Reaz Ahmed. Landesweit wurden knapp 1.200 Notunterkünfte eingerichtet.

In Nepal trafen die Überschwemmungen insbesondere das Tiefland im Süden. Dort ist fast ein Fünftel der Bevölkerung von dem Hochwasser betroffen. In dem besonders stark überfluteten Bezirk Saptari warfen die Einwohner der Regierung vor, nicht genügend Vorkehrungen gegen das Hochwasser ergriffen zu haben und die Verteilung von Hilfsgütern zu verzögern.

Auch Hilfsorganisationen kritisieren die sogenannte Eine-Tür-Politik der nepalesischen Regierung, wonach alle Hilfslieferungen von der zentralen staatlichen Katastrophenschutzbehörde verteilt werden müssen. „Wenn es kein wirksames Rettungs- und Hilfseinsatzmodell gibt, wird die Eine-Tür-Politik nur töten oder die Lage verschlimmern“, sagte der freiwillige Helfer Arpan Shrestha.


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