Zürcher Börse schließt mit Abschlägen

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstagshandel im Minus beschlossen. Der SMI hatte die Sitzung zunächst etwas fest...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstagshandel im Minus beschlossen. Der SMI hatte die Sitzung zunächst etwas fester eröffnet, fiel aber bereits im Verlauf des Vormittags zeitweise wieder unter die 9.000-Punkte-Marke zurück. Eine kurzzeitige Erholung zum Start des US-Handels hatte keinen Bestand.

Der Nordkorea-Konflikt habe zwar durch die verbale Zurückhaltung sowohl der USA als auch Nordkoreas etwas an Schärfe verloren, kommentierte ein Marktbeobachter. Aber: „Nordkorea ist und bleibt unberechenbar, und die Sorgen über eine weitere Eskalation könnten jederzeit wieder zurückkehren.“

Nach der Erholung vom Montag stelle sich ohnehin die Frage, ob es neben technischen Käufern inmitten der weiterhin schwelenden politischen Krise neue langfristige Käufer gibt, so ein Analyst. Auch von der Währungsseite kam mit einem wieder erstarkenden Schweizer Franken zum Euro kein Rückenwind. Die Gemeinschaftswährung fiel wieder unter die Marke von 1,14 Franken. In den USA gaben gute Zahlen aus dem Einzelhandel und kaum veränderte Importpreise kurzzeitig etwas Auftrieb.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,21 Prozent tiefer bei 9.012,52 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,18 Prozent auf 1.436,39 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21 Prozent auf 10.255,28 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel schlossen 19 im Minus und zehn im Plus.

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Unverändert gingen nach der Zahlenvorlage und nach einigem Auf und Ab Schindler PS aus dem Handel. Händler erklärten die zeitweisen Kursverluste mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien in der vergangenen Woche noch bei 216 Franken ein neues Rekordhoch markiert hatten. Im Zwischenbericht hielten sich die positiven und negativen Fakten die Waage, hieß es.

Die mit Abstand größten Einbußen erlitten Dufry (minus 1,6 Prozent). Am Markt wurde auf schwindende Übernahmefantasien durch den Investor HNA verwiesen. Die im Mai angekündigte Transaktion von 9 Millionen Dufry-Aktien von Temasek und GIC zum chinesischen Konzern ist laut einer Beteiligungsmeldung über die Bühne gegangen. Nach dem Vollzug hält HNA nun rund 20 Prozent am Reiseeinzelhändler. Die Details zur finanziellen Strukturierung des Deals ließen jedoch darauf schließen, dass eine vollständige Übernahme von Dufry durch HNA kurz- und mittelfristig kein Thema sei.

Auch die Luxusgütertitel Richemont (minus 0,9 Prozent) und Swatch (minus 1,3 Prozent) waren klare Verlierer. Möglicherweise belasteten hier die schärfer werdenden Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China etwas, hieß es.

Für Swiss Re (minus 0,7 Prozent) hat die NordLB das Rating auf „Verkaufen“ nach zuvor „Halten“ gesenkt. Das Marktumfeld dürfte herausfordernd bleiben und das niedrige Zinsumfeld sowie der anhaltende Prämiendruck belasteten, hieß es. Die Dividendenrendite sei zwar weiter attraktiv, es gebe aber wenig Kurspotenzial.

Schwergewicht Nestlé (minus 0,9 Prozent) belastete den SMI spürbar, während Novartis (plus 0,1 Prozent) und Roche (plus 0,3 Prozent) nur etwas Aufwind verliehen. Für Letztere hat die Berenberg Bank derweil zwar das Kursziel gesenkt, die Kaufempfehlung aber bestätigt. Der Pharmakonzern habe mit seinen zuletzt vorgelegten Halbjahreszahlen gezeigt, dass er solide weiter wachsen könne.

Größere Gewinne verbuchten hingegen Lonza (plus 2,0 Prozent auf 229,20 Franken). Hier erhöhte JPMorgan das Kursziel von 230 auf 265 Franken und bestätigte die Empfehlung „Overweight“. Auch Adecco (plus 0,8 Prozent), SGS und Zurich (je plus 0,4 Prozent) legten noch merklicher zu.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA295 2017-08-15/18:47


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