Air Berlin - Ryanair ruft Wettbewerbsbehörden an

Berlin/Frankfurt/London (APA/Reuters/AFP) - Der irische Billigflieger Ryanair geht gegen die Staatshilfe für die insolvente Fluggesellschaft...

Berlin/Frankfurt/London (APA/Reuters/AFP) - Der irische Billigflieger Ryanair geht gegen die Staatshilfe für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin vor und legt Beschwerde bei den Kartellbehörden ein. Der Insolvenzantrag sei mit dem Ziel arrangiert worden, dass die Deutsche Lufthansa eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen könne, erklärte Ryanair am Dienstagabend. Dies verstoße gegen deutsche und EU-Wettbewerbsregeln.

Reisende müssten künftig höhere Preise für Tickets zahlen, warnte Ryanair. Deshalb würden das deutsche Bundeskartellamt und die EU-Kommission aufgefordert, umgehend Schritte zu unternehmen.

Die Mutter der österreichischen Fluggesellschaft Niki hatte zuvor Insolvenz angemeldet. Nun springt die deutsche Bundesregierung mit einem 150 Millionen Euro schweren Kredit der KfW ein. Sie sorgt dafür, dass die chronische defizitäre Fluggesellschaft die nächsten drei Monate überbrücken kann und die Maschinen nicht am Boden bleiben müssen. Das Geld soll bis Ende November reichen.

Letztlich ruhen die Hoffnungen vor allem auf der Deutschen Lufthansa, die seit längerem über die Übernahme von Teilen von Air Berlin verhandelt. Auch mit der Billigfluglinie Easyjet gebe es Gespräche, sagte ein Insider zu Reuters. Damit sollten vor allem die Start- und Landerechte von Air Berlin auf dem Heimatflughafen in Berlin sowie in Düsseldorf gesichert werden. „Ziel war es, Ryanair draußen zu halten“, sagte der Insider.

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Eine Komplettübernahme von Air Berlin durch die Lufthansa wird nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ nicht möglich sein. Neben der Lufthansa solle auch die britische Billigfluggesellschaft Easyjet einen Teil von Air Berlin übernehmen, berichtet „Die Welt“ in ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf Informationen aus Branchenkreisen. Das Bundeskartellamt habe die EU-Kommission kontaktiert, schriebt die Zeitung. Insider gingen davon aus, dass die Brüsseler Wettbewerbsbehörde über die Zukunft von Air Berlin entscheiden werde.

„Im Kern“ solle AirBerlin zerschlagen werden, sagte ein Branchenkenner demnach. Es hänge vom Ausgang der kartellrechtlichen Verhandlungen ab, welche Teile und Strecken genau an die beiden Airlines gehen. Der frühere Chef der deutschen Monopolkommission, Justus Haucap, fürchtet Folgen für die Kunden. „Wenn die Lufthansa zusätzliche Start- und Landerechte an begehrten Flugplätzen wie Düsseldorf oder Frankfurt erlangen würde, wäre mit erheblichen Preissteigerungen zu rechnen“, sagte er.

~ ISIN GB00B128C026 DE0008232125 WEB http://www.airberlin.com

http://www.lufthansa.com/

http://www.easyjet.com/ ~ APA311 2017-08-15/20:20


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