Frequency - Van Holzen: „Vorher die Bühne, erst danach der Zeltplatz“

St. Pölten (APA) - „Vorher gehören wir auf die Bühne, erst danach auf den Zeltplatz.“ Florian Kiesling muss schmunzeln, wenn er über seine B...

St. Pölten (APA) - „Vorher gehören wir auf die Bühne, erst danach auf den Zeltplatz.“ Florian Kiesling muss schmunzeln, wenn er über seine Band Van Holzen spricht. Gerade erst Matura gemacht, schon tourt das deutsche Trio durch die Lande. Am Dienstag machte man das Frequency in St. Pölten unsicher und punktete zur frühen Stunde mit abwechslungsreichem Rock. Und auch sonst regierten am Nachmittag die Gitarren.

„Wir haben eigentlich gar keine Zeit, und das ist gut so“, beschrieb Schlagzeuger Daniel Kotitschke im Gespräch mit der APA die derzeitige Situation bei Van Holzen. Vor gut zwei Jahren gegründet, dann bei einem Förderprogramm mitgemacht, letztlich einen Plattenvertrag abgestaubt. Im Frühjahr erschien das Debüt „Anomalie“, wovon beim Festival ausgiebig serviert wurde. Mal melodisch und atmosphärisch, dann hart und unbarmherzig, sorgten Van Holzen vor der Weekender Stage für nickende Köpfe und tanzende Körper.

In einem Alter, in dem andere vor der Bühne stehen, haben es sich Kiesling, Kotitschke und Bassist Jonas Schramm also auf der „anderen“ Seite gemütlich gemacht. „Das passt gut so, kann ich mir gar nicht anders vorstellen“, so der Sänger und Gitarrist. Musik machen die drei Freunde immerhin schon seit ihrer Kindheit, da ist der gemeinsame Backstage-Bereich mit Größen wie Billy Talent oder The Offspring zwar noch aufregend, aber mittlerweile Usus geworden. Und ohnehin steht über allem die Arbeit, werkelt das Trio doch bereits an Platte Nummer zwei. „Wir wollen uns einfach keine Grenzen setzen“, unterstrich Kiesling die Ambitionen.

Grenzenlos ist gemeinhin auch der Ansatz von Cedric Bixler und Omar Rodriguez. Das Duo ist die treibende Kraft hinter der Post-Hardcore-Band At The Drive-in, die sich im Vorjahr wieder vereint hat und erst vor wenigen Monaten mit „Inter Alia“ vorstellig wurde. Ziemlich genau 17 Jahre nach dem bahnbrechenden „Relationship of Command“, ist die prägende US-Gruppe also wieder mit neuem Material da, wie gewohnt mit überraschenden Wendungen, eingängigen Hooks sowie unüblichen Gesangspassagen. Dass der anspruchsvolle Sound nicht jedermanns Sache ist, zeigte sich beim Frequency allerdings ziemlich bald: Die überschaubare Fanschar vor der Space Stage hatte eher die eigenen Smartphones denn die Darbietung auf der Bühne im Blick. Bixler quittierte das recht bald mit einem kraftvollen „Wake the fuck up!“, es sollte aber nicht soweit kommen. Dafür machte die Band gut zehn Minuten früher Schluss.

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Einfacher hatten es hingegen The Pretty Reckless, die mit Bluesrock und viel Energie für Bewegung in den dicht gedrängten Reihen sorgten. Zwar merkte man auch hier, dass von den 60ern und 70ern geprägte Sounds nicht gerade die Leibspeise der Frequency-Besucher sind, aber immerhin machte man mit reichlich Einsatz vieles wieder wett. Die ungleiche Paarung ging dementsprechend auf. Und mit den noch ausstehenden The Offspring und Billy Talent dürften die Veranstalter an diesem Auftakttag ohnehin richtig liegen: Zeitloser Punkrock mit viel Mitmach-Action und Sing-a-longs sollte auch die letzten Dauer-Camper aus ihren Zelten locken.

(S E R V I C E - www.frequency.at)


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