Frequency - „Louder than the DJ“: Billy Talent räumten ab

St. Pölten (APA) - Plattenteller oder doch Gitarre? Geht es nach Billy Talent, dann ist die Antwort reicht einfach: Immerhin versteht sich d...

St. Pölten (APA) - Plattenteller oder doch Gitarre? Geht es nach Billy Talent, dann ist die Antwort reicht einfach: Immerhin versteht sich die kanadische Rockband als „Louder than the DJ“, wie ein Song des aktuellen Albums „Afraid of Heights“ betitelt ist. Diesen gaben sie auch am Dienstag beim Frequency in St. Pölten zum Besten und räumten im wahrsten Sinne des Wortes ab. Rockmusik ist also doch nicht von gestern.

Denn trotz eines durchaus eklektischen Line-ups waren es die handgemachten und simpel gestrickten Dinge, die am ersten Tag des Festivalreigens den größten Zuspruch hervorriefen. Wo Jungspunde wie Van Holzen oder alte Sounds bedienende Acts wie The Pretty Reckless die Marschroute vorgaben, lag es an den althergebrachten Bands, die Ernte einzufahren. Zunächst waren das The Offspring, die zwar ohne Stammgitarrist Noodles auskommen mussten - er ist aus familiären Gründen auf der Sommertour nicht mit dabei -, aber wer Songs wie „Pretty Fly“ oder „Self Esteem“ im Aufgebot hat, der muss nichts fürchten.

Da tat auch eine zunächst eher hölzerne Darbietung dem Spaß keinen Abbruch. Spätestens, als Sänger Dexter Holland mit einem riesigen Wasserschlauch für Abkühlung in den ersten Reihen sorgte, war alles angerichtet. Eine Stunde lang wurde so von den US-Amerikanern Hit an Hit gereiht, was die Frage nach einer neuen Platte eigentlich ad absurdum führte. Wozu hier etwas ergänzen, was offenbar weder von der Band noch von den Fans gewünscht wird? Stattdessen wurde lieber in den 1990ern geschwelgt und gemeinsam „Why don‘t you get a job?“ gegrölt. Das passte einfach.

Dass das Debüt von Billy Talent immerhin schon 14 Jahre am Buckel hat, merkte man dem Vierer kaum an. Mit mittlerweile insgesamt fünf Platten hat sich die Gruppe um Sänger Benjamin Kowalewicz eine Stellung erspielt, die den Headliner-Slot bei jedem heimischen Festival rechtfertigt. Mehr als eineinhalb Stunden wurde hier getanzt, gesungen und gepogt, dass es nur so eine Freude war. Neues und Altes ging dabei Hand in Hand, ergänzte sich blendend und ließ nur wenige Wünsche offen. Bei „Red Flag“ und „Fallen Leaves“ gab es nicht nur mehrere Circlepits zu erleben, sondern es wackelten auch die seitlich positionierten Tribünen recht ordentlich. „Passt auf euch auf“, lautete konsequenterweise die schlussendliche Empfehlung von Kowalewicz für die weiteren Tage.

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Diese beinhalten - trotz des Triumphzugs der Rockmusik - auch reichlich Elektronisches, wie nur kurz später das deutsche Trio Moderat als Late-Night-Act auf der Space Stage unter Beweis stellte. Eine vor allem optisch stimmige Darbietung, die Minimal Techno mit poppigen Ansätzen kreuzte. Die dicht gedrängte Menge der rockigen Kollegen konnte man zwar nicht anlocken, aber trotzdem wurde hier die Richtung vorgegeben für das, was noch folgen sollte. Immerhin ist das Frequency nächtens Anlaufstelle für Tanzwütige, die sich zu Beats und Melodien in den Morgen drehen. Laut genug kann ein DJ kaum sein.

(S E R V I C E - www.frequency.at)


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