Elvis bleibt unsterblich: Vor 40 Jahren starb der King

Am 16. August 1977 brach Elvis Presley in seinem Badezimmer tot zusammen. Der Mythos lebt weiter.

Elvis Presley starb am 16. August 1977.
© ORF

Memphis — Er hatte alles, um die Mädchen aus der Fassung zu bringen: Hüftschwung, Stimme, Outfit und — nicht zu vergessen — die pomadenglänzende Tolle. Reihenweise fielen sie in den 1950er- und 60er-Jahren vor Elvis Presley in Ohnmacht, das prüde Amerika aus allen Wolken. Am Mittwoch jährt sich der Todestag des King of Rock'n'Roll zum 40. Mal.

Auf seinem „Graceland"-Anwesen in Memphis/Tennessee wird es rundgehen wie nie zuvor. „Wir erwarten die größte Elvis-Woche aller Zeiten mit Fans aus der ganzen Welt, die die ultimative Pilgerreise unternehmen, um mit uns das Leben und die Legende von Elvis Presley auf ganz besondere Art und Weise zu feiern", heißt es von den Organisatoren. Tanz-Partys, Imitatoren-Contests, Gedenk-Joggen, Auktionen, Diskussionen, Konzerte und Andachten wird es geben.

Tochter Lisa Marie Presley nahm an der Gedenkfeier am abend vor dem 40. Todestags ihres Vaters teil.
© Reuters/Karen Pulfer Focht

Und auch im deutschen Bad Nauheim lässt sich noch immer gutes Geld mit der Rock-Legende verdienen. Beim 16. „European Elvis Festival" wird alles dafür getan, das Lebensgefühl der 50er und 60er wieder aufleben zu lassen. Von 1958 bis 1960 war Presley als Soldat im benachbarten Friedberg stationiert. Das Gasthaus in dem er damals wohnte wurde kürzlich als Hotel wiedereröffnet. Elvis' Zimmer blieb von der Restaurierung unberührt. Der ORF veranstaltet indes regelrechte Elvis-Festspiele und spielt die Filme des „King" rauf und runter.

Dabei begann das ruhmreiche Leben des Elvis Presley ganz bescheiden. Geboren in ärmlichen Verhältnissen in Tupelo (Mississippi) als Sohn eines Gelegenheitsarbeiters und einer Näherin, bekam er zum zehnten Geburtstag eine billige Gitarre als das gewünschte Fahrrad geschenkt. Der in der Schule oft gehänselte Bub brachte sich die Griffe selbst bei und konnte dank seiner Musikalität und seiner Erfahrungen aus dem Kirchenchor schon bald professionell spielen.

Der Rest ist Musikgeschichte: 1954 kam „That's All Right", seine erste Rock'n'Roll-Platte. Von da an ging es steil nach oben. Die Mischung aus weißer Country-Musik, schwarzem Rhythm and Blues und Bass ist völlig neu. „Ohne Elvis hätte es keiner von uns geschafft", sagte Sänger Buddy Holly einmal. „Wenn es Elvis nicht gegeben hätte, hätte es die Beatles nicht gegeben", gab John Lennon zu. In seiner Karriere verkaufte Presley mehr als eine Milliarde Platten, bekam drei Grammys und spielte in mehr als 30 Hollywood-Filmen mit.

1967 heiratete er die Soldatentochter Priscilla Beaulieu. Tochter Lisa Marie kommt neun Monate später zur Welt. Doch die Ehe scheitert 1973. Da war Presley längst den Tabletten verfallen. Er leidet, sein Stern am Musikhimmel verblasst zunehmend neben den aufstrebenden neuen Bands — die Beatles, die Rolling Stones. Auf der Bühne präsentierte sich der einstige Mädchenschwarm zusehends aufgedunsen und zugedröhnt von Pillen.

Im Juni 1977 gab Presley sein letztes Konzert vor 20.000 Menschen in Indianapolis. Noch im August nahm er seinen letzten Song „Way Down" — Weg nach unten — auf. Er rappelte sich nicht mehr auf.

Mit nur 42 Jahren wurde er am 16. August 1977 tot in seinem Badezimmer aufgefunden — Herzversagen als Folge jahrelangen Medikamentenmissbrauchs und Fettsucht. „Niemand hat Elvis umgebracht außer Elvis", erklärt sein Manager „Colonel" Tom Parker. „Er konnte es nicht ertragen, was aus ihm geworden war, und hat den Schmerz betäubt, wo immer es ging", sagt seine Biografin Alanna Nash.

Der Mythos aber lebt weiter. „Elvis ist zu einer Zeit gestorben, als es seinem Ruhm nur guttun konnte", sagte Biograf Samuel Roy einmal. Im Mai wurde Presleys Privatjet für mehr als 400.000 Dollar versteigert — dabei ist das Flugzeug Schrott. Und auch Musik und Andenken des Sängers verkaufen sich weiter gut. 2016 lag Presley auf der „Forbes"-Liste der bestverdienenden toten Prominenten mit 27 Millionen Dollar Einnahmen auf Rang vier. (APA, dpa, TT)

Elvis Presley ist neben seinen Eltern und Großeltern auf seinem Anwesen in Memphis begraben. Das Grab seines Zwillingbruders Jesse, der tot geboren wurde, hat Elvis nie gefunden.
© AFP/Mandel Ngan

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