Teuerste Immo-Deals in Aurach und Kitzbühel

In Tirol wurden heuer Immobilien für 1,7 Mrd. Euro verkauft. Bundesweit bewegte der Immobilienmarkt heuer bisher fast 14 Milliarden Euro.

Österreichweit bleiben Immobilien nach wie vor heiß begehrt.
© iStock/spectrumblue

Von Max Strozzi

Innsbruck –Die Immobilienverkäufe in Tirol haben im ersten Halbjahr wieder zugelegt. Insgesamt wurden 5772 Wohnungen, Grundstücke und Häuser sowie Gewerbeimmobilien verkauft, das sind um 1,3 % mehr als im ersten Halbjahr 2016, ergab die traditionelle Auswertung der verbücherten Immobilienkäufe durch den Maklerverbund Remax. Der Gesamtwert der gehandelten Immobilien erhöhte sich um 16,7 % auf 1,7 Mrd. Euro. Teuerste Immobilie: ein Haus samt 5200 m² Baugrund in Aurach, das der bekannte Kitzbüheler Immobilienmakler Manfred Hagsteiner für 13,5 Mio. Euro erwarb. Wie Hagsteiner erklärt, wurde die Immobilie inzwischen an den Kitzbüheler Immo-Unternehmer Christian Harisch weiterveräußert. Harisch plant, den Grund wie gesetzlich vorgesehen innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre zu bebauen. Pläne gebe es noch keine, eine Bebauung erfolge in enger Abstimmung mit der Gemeinde.

Auf Platz zwei im Ranking folgt der Unterhirzingerhof in Kitzbühel samt 3000 m² Grund. Der Hof, in dem Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seine Gattin Fiona Pacifico Griffini-Grasser seit 2006 eingemietet waren, hatte jahrelang für Schlagzeilen gesorgt. Heuer hat sie ihn für 11,8 Mio. Euro gekauft (die TT berichtete). Platz drei belegt das Fünfsternehotel For Friends im Telfer Ortsteil Mösern, das die Südtiroler Hoteliersfamilie Pinzger für 12,9 Mio. Euro aus der Konkursmasse heraus gekauft hat. Sie führt es nun unter dem Namen Nidum Hotel. Das Hotel wurde bereits 2016 verkauft, aber erst heuer verbüchert. Auch diese Immobilie war zuvor in den Schlagzeilen, weil das Hotel unter den früheren Eigentümern im Sommer 2015 nur wenige Monate nach der Eröffnung in Konkurs ging. Auch die Eigentümerstruktur hatte für Debatten gesorgt: Das Hotel gehörte zwei Gesellschaftern mit Sitz in Prag, dahinter standen ukrainische Geldgeber.

Die meisten Immobilienverkäufe wurden im Bezirk Innsbruck-Land (1402, +14, %) und in der Stadt Innsbruck (1126, +12,4 %) gezählt. Die größten Steigerungen beim Gesamtverkaufswert aller Immobilien gab es in den Bezirken Reutte (+38 %), Imst (+37 %), Innsbruck-Land (+37 %), Innsbruck-Stadt (+33 %) und Schwaz (+28 %). Allerdings sind diese Vergleiche mit Vorsicht zu genießen, denn schon eine Großimmobilie kann das Gesamtbild schnell verzerren.

Bundesweit ist die Zahl der Immobilienverkäufe im ersten Halbjahr auf einen neuen Rekord gestiegen. So wurden heuer bislang 60.312 Immobilien (+1,4 %) im Gesamtwert von 13,9 Milliarden Euro (+6,9 %) verkauft. Die Grundbuchsgerichte hatten somit um 60 % mehr zu tun als noch vor vier Jahren. Ein Plus bei der Anzahl der Verkäufe gab es auch in Wien (+6,1 %), in der Steiermark (+4,7 %) und in Salzburg (+4,2 %). Einen Einbruch verzeichneten Vorarlberg (-14 %) und das Burgenland (-3 %).

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Diesmal sei keine Steuerreform oder Gesetzesänderung der Grund für den Boom, meint Remax: „Immobilien sind für den Eigenbedarf und als Anlage sehr beliebt. Die Nachfrage ist hoch, die Zinsen sind niedrig.“ Auch im Gesamtjahr könnte der Verkaufsrekord aus dem Vorjahr geknackt werden, meinen die Experten.


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