NAFTA - Deutsch-Mexikanische Handelskammer ortet schwierige Gespräche

München/Mexiko-Stadt (APA/AFP) - Vor dem Beginn der Neuverhandlung des nordamerikanischen Handelsabkommens NAFTA rechnet die Deutsch-Mexikan...

München/Mexiko-Stadt (APA/AFP) - Vor dem Beginn der Neuverhandlung des nordamerikanischen Handelsabkommens NAFTA rechnet die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer mit schwierigen Gesprächen. Der Handelsexperte Björn Lisker sagte dem Bayerischen Rundfunk am Mittwoch, die Grundhaltung der USA sei „im Moment schwer einzuschätzen“. „Wir rechnen schon mit komplizierten Verhandlungen“, sagte er dem Sender Bayern 2.

Die USA, Mexiko und Kanada beginnen heute, Mittwoch, mit der Neuverhandlung des US-Freihandelsabkommens mit Mexiko und Kanada (NAFTA).

Lisker erwartet dabei auch ein Entgegenkommen der mexikanischen Seite. „Die Mexikaner werden sicherlich auch Zugeständnisse machen“, sagte er. Die Lösung sei dabei aber „mehr Handel - nicht weniger“. NAFTA ist einer der weltweit umfangreichsten Handelsverträge und seit 1994 in Kraft. Das Abkommen besiegelt den nahezu unbeschränkten Zugang zu Gütern und Dienstleistungen in den USA, Kanada und Mexiko, die zusammen 478 Millionen Einwohner haben.

US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen im Wahlkampf wiederholt als „Katastrophe“ bezeichnet. Es habe den Arbeitern in den Vereinigten Staaten geschadet und viele Jobs gekostet, monierte er. Seine Drohung, aus NAFTA auszusteigen, nahm Trump mittlerweile zurück, er will stattdessen die Bedingungen neu verhandeln.

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„Wir hoffen, dass sich in Washington die Erkenntnis durchsetzt, dass ein Fortbestehen von NAFTA auch im Eigeninteresse der USA ist“, sagte der Handelsexperte Lisker dazu. Das Abkommen ist nach seiner Einschätzung auch mitverantwortlich dafür, dass Deutschland der wichtigste Handelspartner Mexikos in Europa ist. „Ohne NAFTA wären diese Dimensionen sicher nicht erreicht worden.“


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