Damen tragen bei der Judo-WM die rot-weiß-roten Hoffnungen

Während die vier Judo-Damen bei der Weltmeisterschaft zum Kreis der Titelkandidatinnen zählen, sollen Österreichs Herren Erfahrung in Blickrichtung Olympia 2020 sammeln.

Die Tiroler Medaillen-Kandidatinnen Kathrin Unterwurzacher und Bernadette Graf.
© gepa

Innsbruck - Das Damen-Team trägt Österreichs Hoffnungen bei den Judo-Weltmeisterschaften vom 28. August bis 3. September in Budapest. Kathrin Unterwurzacher, Bernadette Graf und Magdalena Krssakova haben heuer auf der World Tour Titel geholt, dazu kommt die routinierte Sabrina Filzmoser. Das ebenso vierköpfige, doch junge rot-weiß-rote Herren-Quartett hinkt an Erfolgen etwas nach, hat aber Zukunftspotenzial.

Unterwurzacher hat im April in Warschau EM-Bronze geholt, in der ungarischen Hauptstadt tritt sie in der 63-kg-Kategorie mit Krssakova erneut als Doppelspitze des Österreichischen Verbands (ÖJV) an. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagte Unterwurzacher am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien über die interne Rivalin. „Mein Weg stimmt, ich bin als Nummer zwei gesetzt. Das ist für die Auslosung wichtig.“

Graf setzt auf Wendigkeit

Konträr ist die Auslosungslage für ihre Tiroler Landsfrau Graf. Nach einer im Oktober vorgenommen Operation an der Schulter hat sie erst ab Juni wieder Wettbewerbe bestritten, das aber sehr erfolgreich und in der für sie neuen Klasse bis 78 Kilogramm. In der tritt sie nun auch in Budapest an. „Ich bin wendiger als die meisten 78er, die sind dafür meist kräftiger und größer. Mein Ziel ist jedenfalls, eine Medaille zu machen.“

Es wäre der erste WM-Podestplatz für den ÖJV seit Bronze durch Filzmoser 2010. Die 37-Jährige hat nach ihrem Auftakt-Out bei Olympia in Rio de Janeiro in Florida ihre Ausbildung zur Pilotin in Angriff genommen, und sich bei einem örtlichen Club fit gehalten. Nach Platz drei im Juni beim Grand Prix in Cancun hat sich Filzmoser zum WM-Antreten entschlossen. „Ich habe bei der WM für mich Ziele, aber keinen Druck.“

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ÖJV-Damen-Bundestrainer Marko Spittka zeigte sich für seinen Bereich optimistisch. „Die Chancen sind wirklich gut. Mit 25 Jahren sind sie im Höchstleistungsalter“, sprach der 46-jährige Coach vor allem die 25-jährigen Unterwurzacher und Graf, aber auch schon die 23-jährige Krssakova an. „Wir hoffen auf das Quäntchen Glück, haben aber auch allein vom Leistungslevel das Niveau für eine Medaille.“

WM als Standortbestimmung

Österreichs Herren-Equipe bilden Lukas Reiter, Laurin Böhler, Daniel Allerstorfer und Stephan Hegyi. Absagen musste Aaron Fara (-100 kg) wegen einer Knieverletzung. Allerstorfer ist mit 24 Jahren der Älteste der Vier, die anderen von 19 bis 22 Jahre alt. Herren-Bundestrainer Patrick Rusch plant daher eher schon für Olympia 2020. „Bei der WM sollen sie Erfahrung sammeln. Allerdings ist im Judo immer alles möglich.“

Sportdirektor Markus Moser bezeichnete die WM als erste große internationale Standortbestimmung in Richtung Tokio-Spiele. Im Nachwuchs vorgenommene Trainerumstellungen sollen bewirken, dass Aktive früher in die allgemeine Klasse einsteigen. Das wäre auch für den neuen Olympia-Bewerb Team-Mixed wichtig. Diese Konkurrenz steht nun erstmals im WM-Programm, Österreich nimmt daran aber nicht teil. (APA)


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