Fälschungsverdacht 3 - Möglicherweise Verfahrensfehler

Wien/Fischamend (APA) - „Ich hoffe, dass sich dieser ‚Sturm im Wasserglas‘ bald wieder beruhigt“, sagte die leitende Krankenhausapothekerin ...

Wien/Fischamend (APA) - „Ich hoffe, dass sich dieser ‚Sturm im Wasserglas‘ bald wieder beruhigt“, sagte die leitende Krankenhausapothekerin des Hanusch-Krankenhauses, Karin Kirchdorfer, Mittwochnachmittag zu der Melphalan-Affäre gegenüber der APA. Sie gehe am ehesten von einem Verfahrensfehler aus.

In Österreich gebe es kein zugelassenes Melphalan für den intravenösen Gebrauch - zum Beispiel vor Knochenmarktransplantationen - betonte die Spitalsapothekerin. Engpässe existierten seit Jahren. Es gebe zwar eine Produktionsstätte in Italien, doch Lieferschwierigkeiten seien ständig vorhanden gewesen. „Wir wurden eine Zeit lang gar nicht beliefert, dann eine Zeit lang ‚auf Bitten und Betteln‘ auch aus einem Notfallkontingent in Deutschland.“

Schließlich habe man Koanaa über Klinikanforderung mit der Bereitstellung des Medikaments beauftragt. Das sei ein normaler, für ganz Österreich gleich geregelter Vorgang. Das beauftragte Unternehmen habe sich dann um die Importbewilligung etc. zu bemühen. Die AGES hatte darauf hingewiesen, dass eine Importbewilligung nicht vorgelegen sei. Ein sogenannter „named patient use“ mit Anführung der einzelnen Patienten sei in diesem Fall nicht möglich. „Für einzelne Patienten können wir keine Klinikanforderung stellen, weil wir den vorhersehbaren Bedarf benötigen“, sagte die Spitalsapothekerin. Es handle sich hier um Notfälle.

Kirchdorfer betonte, dass man alle notwendigen Dokumentationen über die Qualität des Produktes angefordert und erhalten hätte. Von einer unabhängigen Stelle in Deutschland läge auch ein Analyse-Befund vor. Mit neun Zubereitungen des Medikaments für sieben Patienten habe man am Hanusch-Krankenhaus keine Auffälligkeiten bezüglich Nebenwirkungen und Wirksamkeiten bemerkt. „Es hat keine Patientengefährdung gegeben“, sagte die Spitalsapothekerin. Grund für die Aufregung könnte schlichtweg ein Verfahrensfehler sein. Mittlerweile existiere in Deutschland ein zugelassenes und erhältliches Melphalan-Produkt.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren