Ureinwohner feiern: Gericht stärkt Schutzgebiete in Brasilien

Brasilia (APA/dpa) - In einem wichtigen Grundsatzurteil hat der Oberste Gerichtshof in Brasilien am Mittwoch den Schutz von drei großen Gebi...

Brasilia (APA/dpa) - In einem wichtigen Grundsatzurteil hat der Oberste Gerichtshof in Brasilien am Mittwoch den Schutz von drei großen Gebieten indigener Völker im Amazonasgebiet bestätigt. Wie das Portal „O Globo“ berichtete, scheiterte der Bundesstaat Mato Grosso mit seiner Klage, einen Teil der Gebiete zu beanspruchen.

Dabei geht es um den 1961 geschaffenen Nationalpark Xingu und die Reservate Nambikwara und Parecis. Allein das Xingu-Gebiet ist mit 27.000 Quadratkilometern größer als das deutsche Bundesland Hessen.

Durch den Sojaanbau und die Rohstoffausbeutung werden immer mehr indigene Gemeinschaften ihrer natürlichen Lebensräume beraubt, auch Brasiliens konservative Regierung von Präsident Michel Temer gibt zunehmend ökonomischen Interessen den Vorrang. Auch die Abholzung hat im Regenwald stark zugenommen. Zuletzt gab es wieder mehr Attacken gegen Indigenas - sie beklagen eine zunehmende Schutzlosigkeit.

Nach Angaben der Organisation Global Witness, gilt Brasilien als gefährlichstes Land in Sachen Landkonflikte, 2016 seien dabei 49 Menschen gestorben. In den entfernten Gegenden ist der Staat oft nicht präsent und es kommt zu illegalen Landnahmen in eigentlich geschützten Zonen, wo Ureinwohner leben. Dutzende Indigenas feierten am Gericht das Urteil, das den Schutz ihrer Lebensräume stärkt.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren