Tiroler Sportler: „Olympia – ein Grund, weiterzumachen“

Die TT erkundigte sich bei Tiroler Wintersportlern zur möglichen Olympia-Bewerbung für 2026, die stehen dem positiv bis euphorisch gegenüber. Manche würden das als Grund ansehen, ihre Karriere fortzusetzen.

Gregor Schlierenzauer mit seiner Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver.
© gepa

Von Florian Madl

Innsbruck — „Wenn man es nicht jetzt versucht, kommt der Umbruch hin zu kleineren Winterspielen vielleicht nicht zustande", umreißt Skeletonpilotin Janine Flock ihre Gedanken zur möglichen Tiroler Bewerbung für 2026 in Tirol. Ihre Bob-Kollegin Christina Hengster pflichtet bei: „In Sotschi, in Pyeongchang — überall musste etwas gebaut werden, bei uns gibt es alles."

Einer wie der Rodel-Weltmeister Wolfgang Kindl spielt sogar mit dem Gedanken, seine Karriere für Heim-Olympia 2026 zu verlängern: „Mit 37 wäre ich noch nicht zu alt." Skirennläuferin Eva-Maria Brem sieht eine große Chance, mahnt aber: „Damit das gelingt, braucht es einen Plan und ein ausgeklügeltes Konzept. Dieses muss der Bevölkerung offen und transparent erläutert werden."

Das sagen Tirols Sportler:

„Ich sehe Olympische Spiele als Chance: sich als Sportler zu verewigen, Wintersport zu präsentieren — oder einem Land Spielraum für Fortschritt zu geben."

Eva-Maria Brem (Skirennläuferin)

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„Das IOC steht auf guten Füßen, die Bilanz aus Geben und Nehmen scheint zu stimmen. Nach Winterspielen, in denen es oft einen Beigeschmack gab, könnte Olympia 2026 für Österreich und Tirol gut passen."

Gregor Schlierenzauer (Skispringer)

„Auch wenn oft Negativwerbung gemacht wird: Heim-Olympia ist nicht zu toppen. Ich wäre 37 — da muss ich mir ein Weitermachen wirklich überlegen!

Wolfgang Kindl (Kunstbahnrodler)

„Ich sehe Olympia 2026 als Chance für Innsbruck und Tirol, für den Spitzensport und die Kinder. Wenn man die Chance nicht nützt, dann verstehe ich das nicht."

Janine Flock (Skeletonpilotin)

„Wenn die Winterspiele nach Tirol kommen, will ich auf jeden Fall dabei sein. Olympia zuhause wäre nach Russland, Südkorea und China eine tolle Chance."

Vanessa Herzog (Eisschnellläuferin)

„Wenn ich bei Olympia 2026 dabei bin, dann vielleicht als Trainer. Es wäre eine Riesenchance, Sport macht Tirol aus. Wir haben alles, was wir brauchen!"

Daniela Iraschko (Skispringerin)

„Ich habe Olympia bis jetzt nur dort miterlebt, wo die Sportstätten aus dem Boden gestampft wurden. Das wäre in Tirol anders, das kann ich nur begrüßen."

Christina Hengster (Bobpilotin)

Schlagabtausch über Olympia-Werbung

Die Kosten für die Olympia-Werbung und die Vergabe der Marketing- und Kommunikationsaufgaben an die Agenturen „P8 Marketing" und „Pro.media.kommunikation" stoßen der Liste Fritz sauer auf. Die ÖVP wiederum wirft der Oppositionspartei einmal mehr „Schlechtreden" einer möglichen Olympiakandidatur vor. An der Fragestellung für die Volksbefragung am 15. Oktober regt sich indessen ebenfalls Kritik. Die Demokratie-NGO „mehr demokratie!" bezeichnet sie als suggestiv und deshalb verfassungswidrig. „Der Verfassungsgerichtshof hatte bereits vor Jahren zu einer Volksbefragung in Graz klargestellt, dass Suggestivfragen, die die gewünschte Antwort aus ihrer Formulierung erkennen lassen, verfassungswidrig sind," betont Marlon Possard von mehr demokratie! tirol.

Für die Liste Fritz, die sich vehement gegen eine Olympiakandidatur ausspricht, sind 300.000 Euro für die Informationsveranstaltungen in den Bezirken sowie 100.000 Euro für die beiden Werbeagenturen schlichtweg zu viel Steuergeld. Außerdem sei der Auftrag an die beiden Agenturen schon Ende März, also Wochen vor der Präsentation der Olympia-Machbarkeitsstudie, vergeben worden, ist Liste Fritz-Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider empört.

VP-Klubchef Jakob Wolf wirft der Liste Fritz Scheinheiligkeit vor. Zum einen werde kritisiert, dass nicht ausreichend informiert werde. „Wenn man nun aber genau diesem Wunsch entspricht, wird das wieder reflexartig abgelehnt." Die Liste Fritz sei letztlich gegen alles und jeden, sagt Wolf. (pn)


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