Börse Frankfurt im Eröffnungshandel leichter

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach seiner jüngsten Erholungsrally etwas zögerlicher in den Ha...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach seiner jüngsten Erholungsrally etwas zögerlicher in den Handel gestartet. Vor allem der DAX nahm sich eine kleine Verschnaufpause, nachdem er in den vergangenen drei Handelstagen mehr als 2 Prozent zugelegt hatte. Gegen Ende der ersten Handelsstunde gab der deutsche Leitindex moderat um 0,13 Prozent auf 12.248,46 Punkte nach.

Kein Rückenwind kam dabei von den US-Börsen. An der Wall Street ließ das veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed die Investoren über den künftigen Zinspfad im Unklaren. Im Fokus standen inzwischen aber auch US-Präsident Donald Trump und sein zunehmend angespanntes Verhältnis zu Wirtschaftsvertretern. „Immer mehr Anleger zweifeln nun daran, dass der US-Präsident seine Reformpolitik durchsetzen kann“, schrieb daraufhin die Postbank in einem Kommentar.

Die deutschen Indexkollegen schlugen sich unterdessen besser: Der MDAX der mittelgroßen Werte schaffte es zuletzt mit 0,08 Prozent ins Plus auf 24.985,31 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDAX stieg um 0,12 Prozent auf 2.270,05 Zähler.

Das am Mittwochabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der Fed zeigte, dass es unter den Zentralbankern eine große Debatte über die ungewöhnlich schwache Inflation gibt. Laut Christiane von Berg von der BayernLB hat es deutlich gemacht, „dass die aktuelle Inflationsschwäche zunehmend als Problem gesehen wird.“ Der künftige Zinspfad bleibe daraufhin unklar, fügte sie hinzu. Die verhaltene Teuerung gilt als Hauptgrund für einen sehr moderaten Zinsanhebungskurs der Fed.

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Im Tagesverlauf stehen mit dem Philly-Fed-Index sowie Meldungen aus der US-Industrie noch wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA auf der Agenda, die dem Markt neue Impulse verleihen könnten.

Auf Unternehmensseite blieb die Nachrichtenlage äußerst dünn. In DAX und TecDAX knüpften einige Aktien an ihre Rally vom Vortag an: RWE stiegen im Leitindex um gut 1 Prozent und überboten so ihren höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Im TecDAX gehen Evotec mit einem Aufschlag von rund 3 Prozent weiter durch die Decke. Bei 15,52 Euro erreichten sie ihren höchsten Stand seit 16 Jahren. Berenberg-Analystin Klara Fernandes hatte zuvor ihr Kursziel für die Biotech-Aktien auf 16 Euro nach oben geschraubt.

Zur Schwäche neigten hingegen die Finanzwerte, was Händler mit den eher moderater gewordenen Zinsaussichten in den USA begründeten. Der Sektor hatte seit Mitte 2016 deutlich von gestiegener Fantasie profitiert, weil höhere Zinsen grundsätzlich positiv für das Alltagsgeschäft der Banken sind. Am Donnerstag nun ging es aber europaweit nach unten. Titel der Deutschen Bank waren im DAX mit einem Minus von 0,75 Prozent unter den größten Verlierern.

Mit Zahlen im Mittelpunkt standen nur noch einige Nebenwerte. Das TecDAX-Mitglied Wirecard wusste mit dem Nettogewinn, dem Barmittelfluss und einem beschleunigten Wachstumspfad zu überzeugen: Die Papiere waren mit gut 1 Prozent der zweitgrößte Gewinner im Technologiewerte-Index.

Für Sixt ging es außerdem im Kleinwerte-Index SDAX um 2 Prozent nach oben. Der Autovermieter hatte im ersten Halbjahr ein starkes, über den eigenen Erwartungen liegendes Ertragswachstum verzeichnet. Ado Properties konnten dort jedoch nicht vom Zwischenbericht für das erste Halbjahr profitieren: Sie gaben am Indexende um eineinhalb Prozent nach.

Ansonsten blieben die Blicke auf Stada gerichtet. Auch im zweiten Anlauf droht den Finanzinvestoren Bain und Cinven bei ihrer geplanten Übernahme eine Schlappe. Bis Dienstag 18 Uhr waren nur knapp 46 Prozent der Anteile angedient worden, sodass die erforderliche Schwelle von 63 Prozent zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Reichweite war. Nachdem die Annahmefrist ausgelaufen ist, wird mit Spannung auf das finale Ergebnis gewartet.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA149 2017-08-17/10:41


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