„Gras fressen“ hat bei der WSG Wattens oberste Priorität

Nach drei Niederlagen in Serie will die WSG Wattens heute (18.30) bei Leader Wiener Neustadt anschreiben.

WSG-Coach Thommy Silberberger (r.) und Stratege Florian Mader.
© gepa

Von Alex Gruber

Wattens –Der Schein trügt. Selbst wenn die Tabelle das Sensationsteam aus Niederösterreich als großen Favoriten ausweist: In dieser Liga ist beinahe jedes Spiel eng und eben nichts in Stein gemeißelt. Das ist ein Grund, warum die WSG Hoffnung schöpft. Ein weiterer liegt darin, dass man vermeintlich am Boden schon des Öfteren wieder aufgestanden ist.

Dass sich nach den jüngsten Negativerlebnissen etwas ändern muss, liegt auf der Hand. Denn der überlegene Ballbesitz – bei der 1:2-Heimniederlage gegen Austria Lustenau waren es 68 Prozent – macht nichts Zählbares aus. Die Bundesliga-Statistik erklärt sogar etwas ganz anderes: Die WSG hatte gegen Lustenau zum sechsten Mal seit dem Wiederaufstieg in die Sky Go Erste Liga mehr als 60 % Ballbesitz. Und keines dieser sechs Spiele haben die Tiroler (ein Remis, fünf Niederlagen) gewonnen.

„Cogito, ergo sum – ich denke, also bin ich“: Der Ball muss heute nicht wie am Schnürchen laufen, dafür muss sich die Zweikampfquote verbessern. Und für Mittelfeldstratege Florian Mader (gegen Lustenau schon wieder 103 Ballkontakte) ist sowohl als Anspielstation als auch in Sachen Zweikämpfe Unterstützung im Zentrum erbeten. „Das Positionsspiel wird von mir nochmals klar angesprochen. Wir benötigen taktische Disziplin“, nimmt Coach Thommy Silberberger sein Team ins Gebet. Dass der Tabellenführer heute das Spiel machen wird, schließt „Silbi“ nach intensivem Videostudium aus: „Die stehen sehr tief und kompakt und lauern auf Konter. Wenn wir gleich destruktiv spielen, könnte es ein Grottenkick werden.“

In Schönheit muss Wattens aber bestimmt nicht sterben, einen „dreckigen“ Sieg nimmt man in Anbetracht der Tabellensituation sicher mit Handkuss. „Wir müssen wieder anschreiben“, hält Silberberger fest. Zumal in der nächsten Runde ein weiteres schweres Auswärtsspiel bei Bundes­liga-Absteiger Ried wartet.

Mit Ausnahme des gesperrten Simon Zangerl (mit im Bus) gibt’s die Qual der Wahl, mit Neuzugang Tamba M’Pinda nehmen die Wattener sogar 19 einsatzberechtigte Spieler mit auf die Reise. In der Hoffnung, dass die Anmeldung für die Juve-Leihgabe noch rechtzeitig klappt. Am allermeisten lässt sich mit einem geschlossenen Kollektiv bewirken.


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