Wacker gegen Liefering: Wenn Spaß auf Ernst trifft

Der FC Liefering steht für Hurra-Fußball, dem FC Wacker fehlt diese Leichtigkeit des Seins noch. Vielleicht ändert sich das ja im heutigen Tivoli-Duell.

Wacker-Coach Karl Daxbacher trifft gleich zu Saisonbeginn auf seinen Ex-Klub Austria Wien.
© jakob-gruber.at

Von Florian Madl

Innsbruck –Sich einen Karl machen – damit bringt der Wiener zum Ausdruck, wenn jemand Spaß hat. Dass sich der heutige Gegner Liefering (20.30 Uhr) ausgerechnet bei ihm „einen Karl macht“, will Karl Daxbacher indes vermeiden. „Die Mannschaft steht nämlich für Spaß-Fußball“, analysierte der 63-jährige Trainer gestern, und das klang aus seinem Mund eher nach Drohung als nach nüchterner Einschätzung. Aber der Niederösterreicher hat Recht: Denn worüber sollte sich ein ebenso junger wie bunter Nationen-Mix schon Gedanken machen, wo doch ein Aufstieg laut Statuten nicht möglich ist und ein Abstieg außer Reichweite?

Spaß trifft so gesehen heute auf Ernst, denn der FC Wacker darf nichts, er muss: aufsteigen! „In der Kabine ist die Tabelle kein Thema für uns“, wehrt Rechtsverteidiger Michael Schimpelsberger ab. Auch an ihm wird es heute liegen, die Lieferinger Sprintraketen zu entschärfen. Solche wie Patson Daka (18, Sambia) oder Alexander Schmidt (19). Und bei Mahamadou Dembélé (18) ist aus Sicht des FC Wacker zu hoffen, dass er wenig mit seinem Dortmunder Namensvetter (Ousmane Dembélé) gemeinsam hat. Nur Ex-Tiroler Rami Tekir (20) fehlt vorerst, ein Kreuzbandriss setzt ihn bis Ende des Jahres außer Gefecht.

„Der FC Liefering kann es sich leisten, Spieler von überall zu verpflichten. Viele von ihnen landen dann bei RB Salzburg oder im Ausland, das macht sich bezahlt“, weiß Wacker-Trainer Daxbacher. Vielleicht hat auch der FC Wacker mit dieser Strategie Glück, freilich auf kleinerer Ebene: Mit Michael Seaton trainiert seit zwei Tagen ein 21-jähriger US-Jamaikaner in Innsbruck, der in Israels zweiter Liga aktiv war und es für Jamaika bisher auf 14 Länderspiele (2 Tore) brachte. Ein Stürmer also, den der FC Wacker neben den unverkennbaren Schwächen in der Innenverteidigung durchaus brauchen könnte. „Er ist schnell und kopfballstark, wir schauen ihn uns an.“ Attribut, das Karl Daxbacher vergaß zu erwähnen: Seaton ist vereinslos, also ablösefrei. Noch etwas, was für den heutigen Gegner FC Liefering und den FC Wacker unterschiedliche Bedeutung hat …

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