Fipronil-Eier: Zwei positive Proben in Tirol

Zwei Proben aus Tirol enthielten Fipronil. Die Ei-Produkte stammen aus dem EU-Ausland. Alle Großhandelsbetriebe werden umgehend informiert, Gesundheitsrisiko bestehe aber laut Agentur für Ernährungssicherheit keines.

Bei der Reinigung von Hühnerställen soll Fipronil verwendet worden sein. So gelangte das Pflanzenschutzmittel in die Eier.
© AFP/John Thys

Innsbruck - Unter den von der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) österreichweit untersuchten Eierproben wurden zwei Fälle aus Tirol positiv auf das Insektizid Fipronil getestet. Das Gift konnte in pasteurisiertem Vollei, Eigelb sowie Flüssigei nachgewiesen werden. Alle Produkte stammen aus dem EU-Ausland. "Die Lebensmittelaufsicht des Landes Tirol informiert jetzt umgehend alle betroffenen Großhandelsbetriebe, damit diese wiederum ihre Abnehmer in Kenntnis setzen können", hieß es Donnerstagvormittag in einer Aussendung. Die Eiprodukte würden nun rasch aus dem Verkehr gezogen und vom Markt genommen werden. Die Lebensmittelaufsicht des Landes kündigte weitere Tests an.

Gesundheitsrisiko "unwahrscheinlich"

Von den rund 110 bundesweit gezogenen Proben wurde etwa ein Viertel positiv getestet - die TT hat berichtet. Dabei handelt es sich um Eiprodukte für den Gastronomiegroßhandel aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Polen.

Allerdings seien die Werte nur bei übermäßiger Konsumation gesundheitsgefährdend. Der in Österreich höchste gemessene Wert liegt bei 0,1 Miligramm pro Kilogramm. Der Wert ist damit um das 10-fache niedriger, als der höchste Gehalt, der bisher in Belgien gemessen wurde. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit wäre selbst bei dem Höchstwert eine tägliche Aufnahmemenge von sieben Eiern für Erwachsene oder einem Ei bei einem Kind von 10 kg Körpergewicht immer noch tolerierbar. Die Fipronil-Konzentration in den Lebensmitteln, die aus den entsprechenden Eiprodukten hergestellt werden, sei derartig gering, dass eine "Gesundheitsgefährdung unwahrscheinlich" sei.

Grundsätzlich könne Fipronil in höheren Dosen bei Menschen Nervenschäden verursachen oder zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, bis hin zu Lähmungserscheinungen führen.

In Österreich ist die Verwendung des Stoffes bei Tieren, die Lebensmittel liefern, strengstens verboten. (jazz)


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