Für Pfurtscheller gibt es bei Wahl keinen Plan B

Die Spitzenkandidatin der ÖVP im Wahlkreis Oberland/Außerfern möchte weitere vier Jahre ins Parlament. Die größten Gegner warten parteiintern.

© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Am Mittwoch legte Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller im VP-Parteibüro in Reutte – ihrer ehemaligen Arbeitsstätte – Bilanz über ihre vierjährige Tätigkeit in Wien. Kein einfaches Unterfangen sei es, in drei Bezirken Präsenz zu zeigen, wäre doch in normalen Arbeitsmonaten drei von vier Wochen die Anwesenheit in Wien notwendig. Und in Oberland und Außerfern sind 91 Gemeinden von ihr zu „betreuen“. Allein in Wien hatte sie außerhalb des Parlaments 225 Veranstaltungen zu besuchen.

Pfurtscheller hatte unter anderem eine Petition pro Tschirganttunnel ins Laufen gebracht, die 87 von 91 Bürgermeistern der Bezirke Land­eck, Imst und Reutte unterschrieben haben. Nun läuft die Petition aus und wird von ihr, sollte sie wieder gewählt werden, sofort wieder eingebracht werden. Auf Nachfrage erklärt sie: „Falls ich nach der Nationalratswahl nicht mehr im Parlament sitzen sollte, gibt es keinen Plan B.“ Sie habe kein Sicherheitsnetz, aber auch keine Angst. Erstens gehe sie fest davon aus, als Erste durchs Ziel zu gehen (trotz interner VP-Konkurrenz, die sie mit Vorzugsstimmen überholen will), und zweitens habe sie 30 Jahre Erfahrung in der Privatwirtschaft. Pfurtscheller ist studierte Diplomkauffrau. Der VP-Listenzweite Dominik Schrott aus dem Ötztal hat bekanntlich einen Vorzugsstimmenwahlkampf gestartet. Knapp 2000 Vorzugsstimmen könnten reichen, um an ihr vorbeizuziehen. Deshalb ist auch die VP-Spitzenkandidatin Pfurtscheller um jede Vorzugsstimme froh, um in der Endabrechnung auch wirklich vorne zu liegen.

Gerade das Thema Flüchtlinge war und ist der Reuttenerin, sie ist Menschenrechtssprecherin der ÖVP, immer sehr nahe gegangen. Sie besuchte viele Flüchtlingsunterkünfte, war auch einmal an der syrischen Grenze auf Erkundungsmission und konnte getrost der „Willkommenskultur“ zugerechnet werden. Dass sie dabei neuerdings nicht gerade im VP-Mainstream liegen könnte, ist für sie nicht entscheidend. Die Positionen von Parteichef Kurz seien weit differenzierter als öffentlich dargestellt und „es geht auch immer wieder darum, auch meinen Standpunkt in die Partei einzubringen“. Das gelte etwa auch, falls es zu einer Koalition mit der FPÖ komme. An der SPÖ gefalle ihr auch sehr vieles nicht. Die Tiroler Frauenchefin der Volkspartei hofft, künftig Frauen noch weitaus stärker in bedeutende Positionen bringen zu können. Auch hier wisse sie sich mit Sebastian Kurz einer Meinung.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren


Schlagworte