Europas Leitbörsen zu Mittag weiterhin mit Verlusten

Frankfurt am Main (APA) - An Europas Börsen ist es nach einer dreitägigen Erholungsserie am Donnerstag wieder etwas bergab gegangen. Bereits...

Frankfurt am Main (APA) - An Europas Börsen ist es nach einer dreitägigen Erholungsserie am Donnerstag wieder etwas bergab gegangen. Bereits zur Wochenmitte habe die Dynamik etwas nachgelassen, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK. Die neuerlichen Kursverluste interpretiere er als Gewinnmitnahmen, die kein Grund zur Panik seien. Von den Aktienmärkten in Übersee kam keine Unterstützung für die hiesigen Notierungen.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel um 0,29 Prozent auf 3.474,59 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.15 Uhr mit 12.245,11 Punkten und minus 0,15 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London reduzierte sich um 0,30 Prozent und steht nun bei 7.411,07 Stellen.

Das Warten auf die Konjunkturdaten aus den USA geht unterdessen weiter. Dort werden am Nachmittag neben dem Philly-Fed-Index sowohl Juli-Daten zur Industrieproduktion als auch der Index der Frühindikatoren erwartet. Daneben könnten auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Vordergrund rücken.

Der Einfluss der am Vormittag publizierten endgültigen Eurozonen-Verbraucherpreise hielt sich in Grenzen. Daneben fielen Einzelumsatzzahlen im Juli für Großbritannien mit 0,3 Prozent zum Vormonat leicht über den Erwartungen von Reuters befragten Experten aus.

Im europäischen Branchenvergleich glänzten am Donnerstag die als defensiv geltenden Pharma- und Energieversorgertitel. Die Bankentitel litten dagegen unter den tristen Zinsaussichten in den USA. „Die Aussicht auf steigende Zinsen hatte den Bankensektor über Monate hinweg gestützt“, sagte ein Händler. Nun sehe es jedoch so aus, als koppele sich die dortige Inflation komplett vom starken Arbeitsmarkt ab. Das belaste vor allem das für die Geldhäuser wichtige Geschäft mit festverzinsten Wertpapieren und auch das Kreditgeschäft.

Unter den Einzelwerten rückten die Wertpapiere des britischen Baumarktunternehmens Kingfisher ins Zentrum. Nach dem schwachen Jahresauftakt weiteten sich die Umsatzrückgänge noch aus. Analysten hatten mit einem weniger schlechten Abschneiden des Konzerns gerechnet, dessen Aktien über 5 Prozent einbüßten.

Ebenfalls im Minus mit 6,9 Prozent präsentierten sich die Wertpapiere von Vestas. Der dänische Windanlagenbauer hat im zweiten Quartal weniger Turbinen gebaut und ausgeliefert als im Vorjahr. Die Rückgänge zogen sich durch alle Regionen, betrafen aber hauptsächlich EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und hier Deutschland, wie das Unternehmen mitteilte. Umsatz und Ergebnis sanken daher deutlich.

Dagegen konnten die dänischen Aktien des Kommunikationstechnik-Konzerns Gn Store Nord mit einem Kursplus von 5,83 Prozent nach oben klettern. Das Unternehmen hatte zuvor bekanntgegeben Hörgeräte in den USA produzieren zu wollen.

Zuletzt rückten in Kopenhagen die Titel von Novo Nordisk in den Mittelpunkt. Der Pharmakonzern arbeitet laut eigenen Angaben an einer neuen Methode, Diabetes Typ 2 zu bekämpfen und präsentierte in einer neuen Studie positive Ergebnisse. Die Aktien des Konzerns gewannen 2,80 Prozent.

In der Schweiz verbüßten die Aktien des im Sanitärbereich tätigen Unternehmens Geberit ein Kursminus von 5,16 Prozent. Die jüngsten Zweitquartalszahlen fielen unter den Erwartungen der Experten aus.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA226 2017-08-17/12:22


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