Neun Mitarbeiter von Medien in der Türkei inhaftiert

Ankara (APA/AFP) - Die türkische Justiz hat neun Mitarbeiter der Medien wegen „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ inhaftiert. Wie d...

Ankara (APA/AFP) - Die türkische Justiz hat neun Mitarbeiter der Medien wegen „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ inhaftiert. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend meldete, verhängte die Justiz gegen die neun Verdächtigen Untersuchungshaft. Unter ihnen ist der Leiter der Onlineredaktion der regierungskritischen Zeitung „Birgün“, Burak Ekici.

Zwei Festgenommene wurden unter Auflagen freigelassen.

Die Justiz hatte am 10. August Haftbefehl gegen insgesamt 35 Verdächtige wegen Benutzung der Messenger-App ByLock ausgestellt. Elf Verdächtige wurden daraufhin festgenommen. ByLock wurde laut der Regierung von der Gülen-Bewegung zur Kommunikation benutzt. Die Bewegung des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen wird in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht.

Seit dem Umsturzversuch geht die Regierung mit großer Härte gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger und andere Regierungsgegner vor. Mehr als 150 Medien wurden geschlossen und hundert Journalisten inhaftiert. Dieses Vorgehen stößt im In- und Ausland auf scharfe Kritik, doch weist die Regierung den Vorwurf der Einschränkung der Meinungsfreiheit zurück und erklärt, nur Unterstützer von „Terrororganisationen“ würden inhaftiert.


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