38. Jazzfestival Saalfelden: Reichlich neue Klänge im Zauberwald

Saalfelden (APA) - Magische Wälder, avantgardistische Partys, Reduktion auf das Wesentliche: Wenn kommende Woche das 38. Jazzfestival Saalfe...

Saalfelden (APA) - Magische Wälder, avantgardistische Partys, Reduktion auf das Wesentliche: Wenn kommende Woche das 38. Jazzfestival Saalfelden über die Bühne geht, erklingen in der Pinzgauer Stadt wieder neue, anspruchsvolle und sicherlich lustvolle Sounds. Dazu passen auch die vier diesjährigen Maskottchen auf dem Programmheft, die als Rrrg, Zoxx, Nnma und Phnu durchaus musikalischen Charakter haben.

Da kann man schon mal an scheppernde Becken, zischende Trompeten oder wummernde Bassläufe denken, sieht man sich diesen bakterienartigen Figuren gegenüber. Jede der Vier steht für einen Schauplatz des von Michaela Mayer und Mario Steidl geleiteten Festivals, dessen Ausläufer wie gewohnt neben der Hauptbühne im Congress auch diverse Almen, den Rathausplatz sowie das Kunsthaus Nexus umfassen. Die beiden Letztgenannten werden bereits am Donnerstag bevölkert, wenn Künstler wie das Trio DaDaDa, das David Helbock Quartett oder Bombino aufspielen.

Den Auftakt auf der Hauptbühne markiert Freitagabend wie üblich ein heimischer Künstler - heuer hat Gerald Preinfalk die Ehre, die er mit seinem neunköpfigen Ensemble unter dem Namen „Prine-Zone“ in Angriff nehmen wird. Hier treffen unterschiedliche Protagonisten aufeinander, wobei keineswegs auf den „Kitt zwischen diesen musikalischen Welten“ vergessen wird, wie es in der Beschreibung heißt. Flöte trifft Schlagzeug, Keyboard auf Saxofon. Dass Gegensätzliches oft besser harmoniert als gedacht, ist beim Jazzfestival eine ohnehin gerne bewiesene These. Der Norweger Kjetil Moster ist diesbezüglich kein unbeschriebenes Blatt, sondern pflügt nach Belieben durch die ältere wie jüngere Rockgeschichte mit den Mitteln des Jazz (ebenfalls am Freitag).

Einen „Magical Forest“ durchwandern tags darauf Sinikka Langeland und ihre Kollegen, wobei die norwegische Sängerin auch das finnische Instrument Kantele (eine Kastenzither) mit im Gepäck hat. Den skandinavischen Schwerpunkt setzen auch Langelands Landsleute Cortex fort, die im Anschluss ihre „Avant-Garde Party Music“ zum Besten geben werden. Ein Name, der nicht nur für das neue, im August erscheinende Album passen dürfte, sondern grundsätzlich eine gute Beschreibung des Quartetts ist: Kreuz und quer werden hier die Klänge gesetzt, wobei der chaotische Ersteindruck bald einem wohligen Gefühl der Schwerelosigkeit weicht.

Ebenfalls die Hauptbühne bevölkern werden Brian Marsella und sein Trio, die aus Mira Lu Kovacs und Kompost 3 bestehende Formation 5K HD oder Eve Risser, was bis Sonntagabend eine ansehnliche und hörenswerte Bandbreite an Sounds verspricht. Dass man sowieso keine Berührungsängste kennt, beweist die neue Schiene Nexus+. Am Samstag und Sonntag wartet diese mit einem Poetry Slam sowie vier Gratiskonzerten auf. Wiener Lied und Soul verbinden dabei 5/8erl in Ehr‘n, Boogie serviert Cafe Drechsler und kunstvolle Wortakrobatik wird von Yasmo geboten, der die Klangkantine zur Seite steht.

Die herrliche Bergwelt rund um Saalfelden lädt an den Festivaltagen nicht nur zur einen oder anderen Wanderung ein, sondern auch zum Musikgenuss. Am Samstag und Sonntag werden Einsiedelei, Stöcklalm, Huggenberg und Vorderkühbühelhof von Acts wie Sharp 5 oder Martin Spengler und die foischn Wiener bespielt. Wie die Darbietungen am Rathausplatz - hier gibt es etwa das Global Groove Lab, Amira Medunjanin oder Rumba de Bodas zu erleben - sind auch diese Konzerte bei freiem Eintritt zu besuchen. Da kann einem ob dem umfangreichen Angebot schon mal ein herzhaftes „Phnu“ entkommen...

(S E R V I C E - 38. Jazzfestival Saalfelden von 24. bis 27. August an verschiedenen Locations in der Stadt; detaillierte Informationen zu Programm, Tickets und Anreise unter www.jazzsaalfelden.com)


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