Ein Investor für die Bergbahn Pillersee scheint gefunden

Die Pletzer Gruppe soll bei der Bergbahn Pillersee einsteigen. Am Donnerstag wurden die Bürgermeister der Region informiert. Von Pletzer-Seite gibt man sich noch verhalten.

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Von Harald Angerer

St. Ulrich a. P. –Die Zeit der Spekulationen ist vorbei. Schon seit Wochen wird über den möglichen neuen Investor bei der Bergbahn Pillersee gerätselt, nun hat die Eigentümerfamilie Günther die Katze aus dem Sack gelassen. Bei einem Treffen mit den Bürgermeistern der Region, Brigitte Lackner/St. Ulrich, Leo Niedermoser/St. Jakob und Konrad Walk/Hochfilzen, wurde die Pletzer Gruppe als Investor bekannt gegeben. „Wir sind froh, dass wir nun den Bürgermeistern den Investor mitteilen konnten. Inzwischen gab es schon viele Gerüchte“, sagt Geschäftsführer Harald Günther auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

„Auch für unsere Mitarbeiter ist es wichtig zu wissen, wer mit im Boot sein wird“, sagt Günther weiter. Damit sei der Fortbestand des Unternehmens gesichert. Trotzdem hängt die Beteiligung der Pletzer Gruppe auch an den Gemeinden. Denn es sind die Erweiterung des Speicherteiches und der Ausbau der Beschneiungsanlage geplant, um im Winter konkurrenzfähig zu sein. Das Projekt würde nach einer Grobschätzung mit sechs Millionen Euro zu Buche schlagen. Hier müssten auch die Gemeinden mitfinanzieren. Dazu gibt es bereits ein Bekenntnis der drei Gemeinden. „Unterschrieben ist aber noch nichts“, sagt Leo Niedermoser, Bürgermeister von St. Jakob. Er sei aber froh, dass ein heimischer Investor gefunden werden konnte. „Uns ist wichtig, dass der Berg belebt ist, sowohl für den Tourismus, für die Einheimischen als auch als Arbeitgeber für die Region“, erklärt Niedermoser.

Es sei den Bürgermeistern am Donnerstag ein Vertrag vorgelegt worden, dieser wurde noch einmal Punkt für Punkt durchgegangen, „und die Entscheidung treffen dann die jeweiligen Gemeinderäte in den Orten“, betont Niedermoser.

Hauptbetroffen ist St. Ulrich als Standortgemeinde, sie würde auch den größten Gemeindeanteil tragen müssen. „Wir sind natürlich alle bestrebt, dass es eine gute Lösung gibt und sind sehr froh, dass es nun einen gibt, der uns hilft“, sagt Brigitte Lackner, Bürgermeisterin St. Ulrich. Am Vertrag gab es noch kleine Anpassungen, aber auch sie betont: „Entscheiden muss das letztendlich der Gemeinderat.“

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Von Seiten der Pletzer Gruppe bremst man die Freude im Pillerseetal noch etwas. „Es gibt noch keinen Abschluss“, betont Anton Pletzer. Er bestätigt aber die Verhandlungen mit der Familie Günther, aber es seien noch weitere Gespräche notwendig. Neben der Beteiligung an den Bergbahnen Hohe Salve als Teil der SkiWelt Wilder Kaiser/Brixental begleitet die Pletzer Gruppe aktuell im bayerischen Sudelfeld die Erweiterung des größten Skigebiets in Deutschland in Verbindung mit einem Hotelprojekt. „Weitere Engagements sind derzeit kein Thema. Unser Fokus liegt aktuell auf Bayern“, betont Manfred Pletzer. Er lässt aber eine Hintertüre offen: „Natürlich haben wir aber stets unsere Augen für interessante Projekte offen.“

Auch Harald Günther räumt ein, dass noch weiter Verhandlungen offen sind. So zum Beispiel, welchen Umfang der Einstieg der Pletzer Gruppe genau haben soll. Derzeit gehören der Familie Günther 92 Prozent des Unternehmens. „Wir wollen auf jeden Fall Mehrheitseigentümer bleiben“, sagt dazu Günther.


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