Bankomat gesprengt: Pole in Korneuburg vor Gericht

Korneuburg/Mistelbach (APA) - Mit der Sprengung von Bankomaten im Weinviertel hat ein polnischer Staatsbürger zu Geld kommen wollen. Er muss...

Korneuburg/Mistelbach (APA) - Mit der Sprengung von Bankomaten im Weinviertel hat ein polnischer Staatsbürger zu Geld kommen wollen. Er musste sich am Freitag am Landesgericht Korneuburg wegen schweren Diebstahls durch Einbruch und schwerer Sachbeschädigung verantworten und bekannte sich schuldig.

Der 35-Jährige soll mit zwei Komplizen am 14. Februar in den frühen Morgenstunden versucht haben, den Geldautomaten im Foyer der Bank in Zwingendorf in der Gemeinde Großharras (Bezirk Mistelbach) zu sprengen. Das Gerät wurde aufgebrochen und ein Gasgemisch eingeleitet. Zu einer Zündung kam es nicht, aber der Bankomat mit 40.000 Euro Inhalt wurde beschädigt und Alarm ausgelöst, worauf die Täter flüchteten.

Zwei Wochen später wiederholte sich die Vorgangsweise - und diesmal zündete das Gasgemisch. Die Beute betrug knapp 19.000 Euro, sagte die Staatsanwältin. Der Bankomat wurde bei der Explosion zerstört, durch die Wucht der Detonation entstand ein Schaden von rund 40.000 Euro.

Eine am Tatort gesicherte DNA-Spur führte die Ermittler auf die Spur des Mannes. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg stellte einen EU-Haftbefehl aus, woraufhin der Verdächtige Ende Mai in Polen festgenommen und in der Folge nach Österreich ausgeliefert wurde.

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Zuletzt hatte der Angeklagte in den Niederlanden gewohnt und war nach eigenen Angaben „Unternehmer“. Die Staatsanwältin verwies auf zahlreiche Vorstrafen in Deutschland und den Niederlanden. Aufgrund seiner Geldnöte nach einer Haftentlassung im November 2016 habe er den Plan gefasst, zusammen mit weiteren Tätern Geldautomaten in Österreich zu plündern. Der Richter listete die Verurteilungen auf und hielt dem Beschuldigten vor, ein Drogenhändler und Berufsverbrecher zu sein.

Der - gut Deutsch sprechende - Angeklagte betonte, dass man bei der Auswahl der Bankomaten darauf geachtet hätte, dass es keine Nachbarn gab, weil man niemand gefährden wollte - „und weil es keine Zeugen gibt“, verwies der Richter auf die „Vorteile“ eines abgelegenen Tatortes „aus krimineller Sicht“. Ein Täter blieb jeweils im Wagen, zwei begaben sich ins Foyer des Geldinstituts.

Zwei Tage nach dem ersten Versuch war der 35-Jährige zusammen mit zwei Landsleuten im Auto von der Polizei kontrolliert worden. Ob diese beiden Brüder an der Tat beteiligt waren, wollte er aus Angst um seine Familie nicht sagen. Die Beute habe man durch drei geteilt - er bekam 6.000 Euro.


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