Karrösten setzt auf Bürgerbeteiligung

Die Karröster Dorfführung diskutiert derzeit über eine zweite Photovoltaikanlage, die mit einem Bürgerbeteiligungsmodell finanziert werden soll. Die Jungbürgerfeier soll einen neuen Rahmen erhalten.

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Von Thomas Ploder

Karrösten –Mit kaum 700 Einwohnern und knappen Budgets erarbeitete sich Karrösten als eine der ersten Gemeinden des Bezirks das Image, die Gemeindepolitik nachhaltig an Themen wie Energieeffizienz, Umwelt- und Klimaschutz auszurichten.

„Wir sind Tiroler Umweltgemeinde und haben schon ein paar Jahre nichts mehr unternommen“, erklärte dazu Günter Flür, Obmann des Umwelt- und Dorferneuerungsausschusses, „was ich keinesfalls will, ist, dass wir diesen Titel verlieren.“ Derzeit werden die Möglichkeiten zum Bau einer Photovoltaikanlage am Dach des Veranstaltungszentrums geprüft. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte deshalb Günter Flür der Diskussion und Beschlussfassung die statistische Auswertung seiner 2013 errichteten privaten Photovoltaikanlage voraus, die sich selbst an einem vergleichsweise ungünstigen Standort als profitabel erweist. Obwohl sie nur auf einen Einzelhaushalt ausgelegt ist, habe die private Kleinanlage bisher bereits rund 20 Tonnen CO2 eingespart.

Aus Termingründen verzichtete der Gemeinderat auf eine Ausschreibung, weshalb die Vergabe zur Erstellung der Planungs- und Ein­reichunterlagen um rund 2600 Euro brutto mit 10:1 Stimmen beschlossen wurde. Die Gesamtkosten werden derzeit mit rund 32.000 Euro beziffert, wovon nach Abzug üblicher Fördermittel knapp 22.000 Euro von der Gemeinde aufgebracht werden müssen. Nach Klärung wesentlicher Rahmenbedingungen wird das Projekt der Bevölkerung präsentiert. „Es ist für uns sehr wichtig, die Bürger so früh wie möglich einzubinden“, erklärt dazu BM Oswald Krabacher. Auch bei der Finanzierung des Projektes favorisiert der Gemeinderat ein Bürgerbeteiligungsmodell gegenüber einem Bankdarlehen. „Dabei ist uns die Identifikation der Bevölkerung mit dem Projekt durch aktives Engagement wichtiger als die Frage der Anteilserträge“, ergänzt BM Krabacher. Durch die Limitierung der Einzelanteile auf derzeit angedachte maximal 500 Euro will der Gemeinderat Spekulationen wirksam verhindern.

Auf emotionale Bindung und Identifikation mit der Heimatgemeinde setzt auch eine Idee, die Jungbürgerfeier inhaltlich neu zu definieren. „Es soll neben den traditionellen auch einen neuen wichtigen Grund zum Feiern geben“, begründete GV Günter Flür seinen Vorschlag, „dabei denke ich konkret an die Siegerehrung eines Wettbewerbs.“ Der Gemeinderat steht diesem Vorschlag grundsätzlich positiv gegenüber, knüpft weitere Aktivitäten allerdings an einen Dialog mit den Betroffenen und die nötige Kooperationsbereitschaft. Das Thema des Wettbewerbes steht noch nicht fest, soll aber einen deutlichen Bezug zu Karrösten aufweisen. Angedacht werde eine Komplettierung des Gemeindewappens mit einem neuen Gemeindelogo.

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