Tiefsinn und Sinnlichkeit

Das Schicksal Johannes des Täufers als packendes Opern-Oratorium bei den Festwochen.

© Hauser

Innsbruck –Violinist, Sänger, Komponist, Kuppler, amtsbekannter „Frauenversteher“, geliebt, gehasst, immer wieder auf der Flucht: Das von Eskapaden gezeichnete Leben des 1639 in der Toskana geborenen Alessandro Stradella endete 42-jährig durch eine Gewalttat.

Hunderte Jahre später ist seine Musik noch immer dazu angetan, die Herzen zu erobern. Aus Stradellas vielfach die Grenzen der musikalischen Konvention seiner Zeit überschreitenden Werken präsentierten Alessandro De Marchi und das Orchester Academia Montis Regalis am Freitagabend im Dom zu St. Jakob das Oratorium „San Giovanni Battista“, bereichert mit Instrumentalsätzen aus Sinfonien von Lelio Colista und Carlo Ambrogio Lonati.

Von De Marchi als Musiktheater über Salome angelegt, trafen extreme Sinnlichkeit und zutiefst religiös motivierte Deklamation aufeinander. Die intensiven Arien, der Wechsel von lautmalerisch ausgekosteten langsamen Passagen mit gewagten Rhythmen, Phrasierungen und melodischen Intervallen bescherten dank des beherzten Zugriffs der Academia Montis Regalis eine stringente Dramatik.

Grandios die Stimmen: leuchtend und höchst expressiv Arianna Vendittellis Sopran, stilsicher, markant Lawrence Zazzo (Countertenor), brillant stimmschön der Mezzo Emilie Renards, sicher geführt der Tenor von Fer­nando Guimarães, profund der Bass von Luigi De Donato (Bass). (hau)

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