Casinos Austria waren im Halbjahr 2017 im Ausland besser unterwegs

Wien (APA) - Die teilstaatlichen Casinos Austria waren im ersten Halbjahr 2017 im Ausland operativ besser unterwegs, vor allem dank Steigeru...

Wien (APA) - Die teilstaatlichen Casinos Austria waren im ersten Halbjahr 2017 im Ausland operativ besser unterwegs, vor allem dank Steigerungen in Deutschland. Zahlenmäßig wurde jedoch ein geringeres Ergebnis ausgewiesen, da es im Vergleichszeitraum des Vorjahres einen außertourlichen Neubewertungsertrag aus Sopron gegeben hatte.

Die Casinos Austria International (CAI) waren lange Jahre das Sorgenkind des Casinos-Konzerns. 2016 hatte es die CAI erstmals seit 2009 wieder in die schwarzen Zahlen geschafft, nachdem sie sich unter Ägide des langjährigen Konzernchefs Karl Stoss aus zahlreichen verlustreichen Märkten zurückgezogen hatte. Auch der neue, seit Juli amtierende Casinos-Chef Alexander Labak will die Auslandstöchter auf den Prüfstand stellen, um die Ertragskraft weiter zu steigern, wie er im Juni angekündigt hatte.

Von Jänner bis Juni 2017 erwirtschaftete die CAI ein Betriebsergebnis von 5,1 Mio. Euro. Verglichen mit dem bereinigten Wert des Vorjahres (3,7 Mio. Euro) war das ein Plus von 34 Prozent, erklärten die Casinos Austria am Freitag in einer Aussendung. Inklusive Sondereffekt bedeutet das Betriebsergebnis aber einen satten Einbruch von 73 Prozent (von knapp 19 Mio. auf 5,1 Mio. Euro).

Der außerordentliche Ertrag im Vorjahr kam folgendermaßen zustande: Nach Wiedererlangung der Konzession für das profitable Casino in Sopron nahmen die Casinos dort einen Partner herein, was ihnen einen Neubewertungsertrag von 15,2 Mio. Euro brachte.

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Das Halbjahreskonzernergebnis sank um mehr als 50 Prozent von 2,8 Mio. auf 1,3 Mio. Euro, wie aus der Gewinn- und Verlustrechnung hervorgeht. Den Sopron-Effekt weggerechnet, drehte es ins Plus, denn das bereinigte Ergebnis hatte im ersten Halbjahr 2016 minus 1,2 Mio. Euro betragen. Die Nettospielerträge gingen leicht von 38,7 Mio. auf 38,5 Mio. Euro zurück. Der Umsatz schrumpfte von 65 Mio. auf 62 Mio. Euro, Grund dafür war die Erstkonsolidierung der Spielstätte in Sopron.

In Deutschland, das für die CAI viele Jahre als Problemmarkt galt, stieg das Periodenergebnis um 1,5 Mio. Euro. Etwas weniger Besucher spielten dort mehr an Automaten. In Belgien und in Kanada erhöhte sich das Ergebnis jeweils um 0,65 Mio. Euro.

Das neue Casino in Liechtenstein soll voraussichtlich im vierten Quartal 2017 seine Pforten öffnen. Das Ende 2016 geschlossene Casino in Brünn wurde Mitte Juli 2017 wieder eröffnet, jedoch darf dort jetzt nur mehr „Lebendspiel“ (Spiele mit Croupier, zum Beispiel Roulette) betrieben werden. Automatenzocken bleibt verboten. Für 2018 rechnet das Management wieder mit einer „Normalisierung“ von Umsatz und Ertrag, der sich im ersten Halbjahr 2017 stark verringert hatte. Das Stadtparlament der tschechischen Stadt hatte 2016 ein generelles Glücksspielverbot beschlossen, im Juli 2017 erteilte das tschechische Finanzministerium jedoch die Erlaubnis, bis 15. Juli 2020 weiterzuspielen.

Unter das verlustreiche Argentinien-Geschäft zog Stoss im März 2017 endgültig einen Schlussstrich. Den Österreichern war in Argentinien die Lizenz entzogen worden, das deswegen schon länger anhängige Schiedsverfahren läuft nach wie vor.

Für das Gesamtjahr 2017 rechnet das CAI-Management wieder mit einem positiven Konzernergebnis, wie es im Ausblick heißt. Durch die Tilgung einer 121 Mio. Euro schweren Anleihe am 10. Juli und die Refinanzierung durch einen Zuschuss und ein geringer verzinstes konzerninternes Darlehen „wird das Ergebnis der CAI-Gruppe künftig wesentlich geringer belastet.“

Die CAI hat 32 Spielbanken, davon sechs auf Kreuzfahrtschiffen, und eine Automatentochter (Video Lottery Terminals, VLT) im Portfolio.

~ WEB http://www.casinos.at ~ APA135 2017-08-18/10:52


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