In 10 Minuten Ernte vernichtet

Von Hubert Daum...

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Von Hubert Daum

Tarrenz –Zurzeit beschäftigt sich Edgar Tangl, prämierter Weinbauer aus Tarrenz, mit einer Sisyphusarbeit, die für einen Weinbauer wohl die Höchststrafe darstellt: Händisch klaubt er jene Trauben von den Reben, die der Hagel vor knapp zwei Wochen zerstört hat – und das sind nicht einzelne, sondern geschätzte drei Viertel. „Innerhalb von zehn Minuten ist die Arbeit eines ganzen Jahres vernichtet“, erzählt Tangl resignierend, „wir sind daraufhin spontan drei Tage weggefahren, um von diesem Rückschlag etwas Abstand zu gewinnen.“

Die kurze, aber extrem intensive Hagelfront sei genau über seine Blauburgunderlage neben seinem Wohnhaus gezogen. Zerstört wurden nicht nur die Trauben, sondern auch das Laubwerk. Tangl: „Jetzt versuche ich, den kläglichen Rest noch zu retten. Wenn allerdings das Laub dürr wird, ist diese Hoffnung auch dahin.“ Die Folgen des Naturereignisses könnten sich zudem auch auf das nächste Jahr auswirken – nämlich dann, wenn jene Triebe, die künftig als Leittriebe fungieren sollten, beschädigt sind. Der Hobbywinzer, der normalerweise rund 1000 Flaschen Wein produziert, ist mittlerweile leidgeprüft: 2015 klauten ihm die Stare einen Teil der Ernte, letztes Jahr besuchte der Herbstfrost seine Reben kurz vor der Ernte.

Nicht ganz so arg erwischte es die vier Lagen von Alexandra und Georg Flür, die teilweise am Dorfrand angesiedelt sind. „Die Wetterseite wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, Gott sei Dank hatte ich mit dem Auslauben noch nicht begonnen“, sieht Alexandra Flür Glück im Unglück. Sie schätzt den Ausfall auf rund 40 Prozent.

Claus Aniballi, Winzer in Prutz, wurde zwar vom Hagel verschont, musste allerdings auf Grund des Frühjahrsfrostes 160 Reben ersetzen: „Die Freude überwiegt, weil ich jetzt schon sagen kann, dass die Qualität der heurigen Ernt­e super sein wird.“

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