Frauen rocken die Berge: Filmfest in St. Anton startet zum 23. Mal

Zum 23. Mal startet am Mittwoch das viertägige Filmfestival in St. Anton, das vor allem Bergsteiger-Fans, aber auch Kinoliebhaber anzieht. Unter dem Motto „Berge, Menschen, Abenteuer“ stellen Spitzenathleten von Weltrang ihre Filme vor.

Der stark vergletscherte Berg am untersten Zipfel Südamerikas wurde bisher erst zweimal erfoglreich bestiegen.
© Vaude/Ralf Gantzhorn

St. Anton am Arlberg — Mit spannenden Filmpremieren und viel „Frauen-Power" startet am Mittwoch das Filmfest in St. Anton unter dem Motto „Ladies Only".

Vermutlich waren bei einem Filmabend noch nie so viele Spitzenathletinnen des alpinen Outdoorsports dabei, wie sich in diesem Jahr für St. Anton angesagt haben (die Freeride Weltmeisterinnen Lorraine Huber, Eva Walkner, Nadine Wallner, die Ausnahme-Boulderin Anna Stöhr, die Kletterinnen und Alpinistinnen Nina Caprez, Barbara Zangerl, Mayan Smith-Gobat und Tamara Lunger mit ihren neuen Filmen).

Video: Anna Stöhr und Barbara Zangerl im Interview

Die Sportlerinnen entführen die Zuschauer in ihren Dokumentationen unter anderem nach Utah, Frankreich oder Japan und zeigen dem Publikum, dass sie ihren männlichen Kollegen ganz schön Konkurrenz machen können. „Man muss sich als Frau in den Bergen sicher öfter und mehr durchsetzen, da der Bergsport/Skisport immer noch sehr von Männern dominiert ist. Aber es gibt auch immer mehr starke Frauen am Berg.", sagt Nadine Wallner (Klettern, Bergsteigen und Freeriden) im Interview.

Für sie ist der Sport nicht nur ihre Leidenschaft, sondern er zeigt auch ihren persönlichen Entwicklungsprozess, der abläuft, wenn die Sportlerinnen sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. „Glaubt an euch! Die einzigen Grenzen, die wir Frauen immer noch haben, sind die von uns selbst auferlegten." Mit dieser Botschaft will die gebürtige Neuseeländerin und alpine Klettersportlerin Mayan Smith-Gobat Frauen dazu aufrufen, sich nicht vom herrschenden Patriarchat im Klettersport aufhalten zu lassen.

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Auch wenn der Fokus an diesem ersten Abend auf den Leistungen der Frauen in der Szene liegt, können an den folgenden drei Abenden die Männer mit ihren hervorragenden sportlichen Leistungen und filmischen Beiträgen begeistern.

Am Donnerstag führen Filme nach Patagonien und Grönland, wo exotische Berglandschaften, Alpinismus, Freeriden und das Problem des abschmelzenden Grönlandeises im Mittelpunkt stehen. In Anwesenheit der Biker Stefan Wolf, Thomas Holzknecht und Axel Kreuter, wird weiters der Film „Where The Trail Begins" über hochalpines Biken gezeigt. Die Besteigung des Monte Sarmiento von Ralf Gantzhorn, die bis dato erst zwei Mal erfolgreich gelungen war, stellt ebenfalls ein Highlight dieses Abends dar. „Wenn ein Kind einen Berg zeichnet, dann zeichnet es den Monte Sarmiento. Für mich ist er der perfekteste Berg unseres Planeten", so der Alpinist, Geologe und Fotograf über den ca. 2200 Meter hohen weißen Riesen im chilenischen Teil Feuerlands.

Am Freitag folgen die Premieren der hiesigen Filmemacher und Outdoor-(Männer-)Szene. Eine exotische Freeride-Reise in Griechenland sowie ein dem deutschen Ausnahmealpinisten Michael Wohlleben gewidmetes filmisches Porträt wartet auf die Besucher des Filmfestes. Auch die schwierige Situation der Sherpas in Nepal wird zum Thema gemacht.

Der letzte Abend hat ebenfalls einiges zu bieten: Er beginnt mit Kurzfilmen über Kletterbegeisterte jenseits der 70, gefolgt von dem State of the Art in der Kunst des Kletterns, den die Zuschauer im Film „Into the Sun" bestaunen können, in dem die Rückkehr zur Leidenschaft des Ausnahmeathleten und Kletterer Bernd Zangerl nach einem schweren Unfall beleuchtet wird. Auch das Regie-Debüt Reinhold Messners „Still Alive", das sich um einen sensationellen Rettungseinsatz in Afrika dreht, hat gute Chancen auf den Gewinn des Publikumspreises des 23. Filmfestes. Die Preise werden nach der Präsentation dieses letzten Filmes verliehen, Tickets findet man unter www.filmfest-stanton.at.(TT.com)

Programm und Bühnengäste

Mittwoch, 23.8.2017

  • Die Skispur in der Kulturlandschaft, ca. 12 min., Bühne: Lorraine Huber und Filmemacher Hanno Mackowitz
  • Riders on the Storm, 20 min., Bühne: Mayan Smith-Gobat
  • Babsi, Nina und die Unendliche Geschichte, ca. 8 min. Bühne: Barbara Zangerl, Nina Caprez
  • Evolution of Dreams (Preview), ca. 8 min., Bühne: Eva Walkner
  • Facing the limit — Tamara Lunger (Preview), ca. 8 min, Bühne: Tamara Lunger und Filmemacher M. Frings
  • Lost in Japan, 11 min. Bühne: Anna Stöhr, Filmemacher Johannes Mair
  • Game On - Cannelloni zum Frühstück, ca. 7 min. Bühne: Nadine Wallner und die Filmemacher
  • Outside the Box, 16 min. Bühne: Anna Stöhr

Donnerstag, 24.8.2017

  • Monte Sarmiento, 27 min. Bühne: Ralf Gantzhorn
  • Guilt Trip, 35 min. Bühne: Alun Hubbard, Lindsey Nicholson
  • Where The Trail Begins, ca. 8 min. Bühne: Stephan Wolf, Thomas Holzknecht, Axel Kreuter
  • Orbayu, 27 min. Bühne: Nina Caprez
  • Free — Big Wall Climbing in Yosemite, 16 min. Bühne: Katharina Saurwein, Jorg Verhoeven

Freitag, 25.8.2017

  • Auf den Spuren der Ersten (Preview) , ca. 14 min. Bühne: Matthias Haunholder, Matthias Mayr u. a.
  • Aufstieg — Die Geschichte von Mingma Nuru Sherpa, ca. 8 min. Bühne: Mingma Nuru Sherpa u. a.
  • Über die Kalkkögel im Winter, ca. 8 min. Bühne: Christoph Schranz, Markus Emprechtinger u. der Filmemacher
  • Stirb langsam, ca. 10 min. Bühne: Michael Wohlleben und die Filmemacher
  • Ya Mas — Snowmads in Griechenland, ca. 16 min. Bühne: Fabian Lentsch und die Snowmads
  • Searching for Gold, ca. 15 min. Bühne: Johannes Hoffmann, Fabian Lentsch, Mitch Tölderer und Michael Troyer
  • Zwei Brüder und der Berg, 35 min. Bühne: Florian und Martin Riegler, die Filmemacher

Samstag, 26.8.2017

  • Forever: It ain't over till it's over, 7 min. Bühne: alle Darsteller
  • Into the Sun, 6 min. Bühne: Bernd Zangerl und Filmemacher Ray Demski
  • Still Alive, 85 min. Bühne: Gert Judmaier und Oswald Oelz, die Darsteller Vitus und Hansjörg Auer, die Rettungsmannschaft von 1970: Walter Spitzenstätter, Raimund Margreiter, Kurt Pittracher und Walter Larcher

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