Kurz: „Humanitäre Hilfe auf 55 Millionen Euro gesteigert“

Wien (APA) - „2016 hat Österreich 55 Millionen Euro an humanitärer Hilfe geleistet, so viel wie niemals zuvor. Damit konnte insgesamt 2,3 Mi...

Wien (APA) - „2016 hat Österreich 55 Millionen Euro an humanitärer Hilfe geleistet, so viel wie niemals zuvor. Damit konnte insgesamt 2,3 Millionen Menschen geholfen werden“, erklärte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Aussendung am Freitag anlässlich des Internationalen Tages der humanitären Hilfe am Samstag (19. August).

„Das ist ein Höchststand, im Jahr 2015 lag dieser Betrag erst bei 19,6 Millionen Euro“, verdeutlichte der Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), Martin Ledolter, in einer Ausendung am Freitag.

„Mit unserer Hilfe können wir die Menschen direkt vor Ort unterstützen und ihnen auch Perspektiven für einen Verbleib in ihrer Heimat geben. Deshalb haben wir auch den Auslandskatastrophenfonds im Vorjahr auf 20 Millionen Euro vervierfacht. Damit können wir noch mehr Menschen helfen“, so Kurz. Immer mehr Menschen gerieten in humanitäre Notlagen und seien auf Hilfe angewiesen. Grund dafür sind zumeist bewaffnete und oft lange anhaltende Konflikte oder Naturkatastrophen.

Viele österreichische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) fordern aber eine weitere Erhöhung der Hilfsmittel - die österreichischen Mittel seien im europäischen Vergleich sehr gering, meinte Generalsekretär Christoph Schweifer. Eine wesentliche Aufstockung des AKF sei daher ein „Gebot der Stunde“, so Annelies Vilim, Geschäftsführerin der Dachorganisation Globale Verantwortung. Auch Gerald Schöpfer, der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), lobte zwar die Erhöhung der Mittel des AKF, verwies aber auch darauf, dass dies noch nicht genug sei. Länder, die an Größe, Bruttoinlandsprodukt und Einwohnerzahl Österreich ähnlich seien, investierten in diesem Zusammenhang den bis zu zwanzigfachen Betrag: Schweden mobilisiere etwa jährlich 409 Millionen Euro.

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In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die österreichische Unterstützung laut der Aussendung des Außenministeriums vor allem auf die „dramatischen humanitären Krisen“ in Syrien, im Irak und in den Nachbarländern. Dort seien rund 25 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Knapp zehn Millionen Menschen sind in Syrien und im Irak intern vertrieben, rund fünf Millionen Menschen mussten aus Syrien vor allem in den Nachbarländern Zuflucht suchen. Seit dem Ausbruch des Konfliktes in Syrien und der Verschärfung der humanitären Situation im Irak habe Österreich 79 Millionen Euro an bilateraler Hilfe für Binnenvertriebene und syrische Flüchtlinge in der Region bereitgestellt und habe damit 3,4 Millionen Menschen erreichen können.

Zu den weiteren Krisensituationen, in denen Österreich humanitäre Hilfe geleistet habe, zählen die „gravierenden Folgen“ der lang anhaltenden Dürreperioden am Horn von Afrika, in der Tschadsee-Region und in der Sahelzone. Rund 22 Millionen Menschen leiden hier an Hunger. Darüber hinaus leiste Österreich auch einen Beitrag zum humanitären Hilfsprogramm der Europäischen Union, dem weltweit größten Geber humanitärer Hilfe.

Im Zeitraum 2007 bis 2016 förderte die Austrian Development Agency (ADA) laut Aussendung 233 Projekte im Bereich humanitärer Hilfe. „Wenn in Ostafrika über 20 Millionen Menschen von einer akuten Hungerkatastrophe bedroht sind, ist es wichtig, dass auch Österreich einen Beitrag zu unmittelbarer Hilfe leistet“, betonte Ledolter. „Gemeinsam mit unseren Partnern bemühen wir uns darum, Ernährungssicherheit wiederherzustellen - etwa mit Saatgut und Kleintieren, die KleinbäuerInnen zu Verfügung gestellt werden.“

Im Südsudan unterstütze die ADA eine Hilfsaktion des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mit einer Million Euro. Die Lebensgrundlage von rund 10.000 Menschen, darunter zahlreiche Binnenvertriebene, könne damit verbessert werden. Nach Jordanien seien zuletzt 1.150.000 Euro geflossen: mit einem Teil davon (530.000 Euro) unterstütze die ADA-Partnerorganisation Care die Bevölkerung und syrische Flüchtlinge. Mit dem anderen Teil (620.000 Euro) kümmere sich die Caritas um Unterricht für syrische Flüchtlingskinder.

Auf diese und alle anderen Leistungen, die humanitäre Helfer weltweit erbringen - oft unter akuter Lebensgefahr -, mache auch der Welttag der humanitären Hilfe aufmerksam. „Es ist beeindruckend, was die Helferinnen und Helfer in Krisensituationen leisten, um den betroffenen Menschen wieder Hoffnung zu geben“, sagte Ledolter.


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