NR-Wahl: Chancen auf Einzug nur mit österreichweiter Kandidatur

Wien (APA) - Ein guter Teil der Kandidaten der heurigen Nationalratswahl wird nur in einzelnen Bundesländern antreten. Dies ist von der Wahl...

Wien (APA) - Ein guter Teil der Kandidaten der heurigen Nationalratswahl wird nur in einzelnen Bundesländern antreten. Dies ist von der Wahlordnung her möglich, lässt aber wenig Hoffnung auf Erfolg. Wirkliche Chancen auf den Einzug in den Nationalrat haben nur Parteien, die österreichweit zur Wahl stehen. Und auch dann ist er nicht garantiert: Von den bisher 76 Kandidaten schafften es nur neun.

Zwar gibt es neben den „vier Prozent der gültigen Stimmen österreichweit“ noch eine zweite Einzugs-Hürde, die mit der Kandidatur auch in nur einem Land genommen werden könnte: Ein Direktmandat in einem Regionalwahlkreis beschert ebenfalls den Abgeordnetenstatus. Dies ist aber noch keiner Partei gelungen, die nicht österreichweit über vier Prozent kam - im Gegenteil: Direktmandate schaffen meist nur die stärkeren Parteien.

So haben es bisher nur SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grüne nachhaltig, KPÖ, LIF, BZÖ und das (nach einer Periode wieder aufgelöste) Team Stronach vorübergehend in den Natoinalrat geschafft, die NEOS bewerben sich gerade für die zweite Periode. 67 Listen gelang es nur (teils auch mehrere Wahlen hintereinander), genügend Unterstützungserklärungen zu sammeln und somit am Stimmzettel zu stehen. Mit der Mindestzahl an Unterstützungserklärungen - 2.600 - hat eine Partei auch erst 0,04 Prozent der jetzt rund 6,4 Millionen Wahlberechtigten für sich gewonnen.

Die Auswahl der Österreicher bei den Wahlen war in den letzten Jahrzehnten meist recht groß. Bis zu elf Kandidaten bundesweit und insgesamt (samt Teil-Kandidaturen) 14 traten bei Nationalratswahlen an. Alles in allem gab es 181 Entscheidungsmöglichkeiten auf den Stimmzetteln der 21 Wahlen seit 1945. 81 dieser Kandidaturen führten ins Parlament, 100 waren erfolglos. Zwei Drittel der gescheiterten 100 Wahlwerber waren nur in einem oder mehreren, aber nicht allen neun Bundesländern angetreten. Bis zur Wahlrechtsreform 1970 war es sogar möglich, sich nur in einzelnen der insgesamt 25 Wahlkreise zu bewerben.

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