Achenseebahn: Viele Ideen, aber zu wenig Geld

Die Achenseebahn schloss das Jahr 2016 mit einem Plus von 6500 Euro ab. Für die Gleiserneuerung auf der Flachstrecke fehlen weiter die Mittel.

© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Auf dem Weg zurück in die schwarzen Zahlen ist die Achenseebahn (AB) seit dem Jahr 2014. „Große Sprünge werden wir aber auch in Zukunft nicht machen können, weil allein schon das Geld des ehemals mittelfristigen Investitionsprogramms an allen Ecken und Enden fehlt“, sagt Vorstand Georg Fuchshuber. Er wird am Freitag bei der Hauptversammlung 2017 in Jenbach mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Kittl den Aktionären Rede und Antwort stehen und von einem bescheidenen Gewinn in der Höhe von 6500 Euro berichten. Genau 105.218 Fahrgäste nutzten im Vorjahr die Dampfzüge von Mai bis Ende Oktober.

„Den Fahrbetrieb können wir ohne öffentliche Zuschüsse meistern, für die Infrastruktur braucht es aber entsprechende Mittel“, meint Fuchshuber und zeigt auf eine umfangreiche Liste mit Notwendigkeiten bis zum Jahr 2027. Und da liegen die Kosten bei 13 Millionen Euro, wenn es nur beim Betrieb mit Dampfzügen bleibt. Drei Millionen Euro würde die Gleis­erneuerung auf den Flachstrecken erfordern, rund 2,9 Millionen Euro wären für die Ausweiche Fischl, von der schon oft geredet wurde, nötig. Ganz zu schweigen von der Sicherung an den Eisenbahnkreuzungen. Und nach wie vor spricht man von der Elektrifizierung der Strecke. „Im nächsten Jahr könnten von den Appenzeller Bahnen fünf Garnituren zur Achenseebahn wechseln – allein es fehlt das Geld dafür“, stellt Fuchshuber fest. „Bis jetzt haben wir das Überleben mit all den negativen Begleitumständen geschafft. Man muss aber einmal klar sagen, ob man uns will oder nicht. Ich bin davon überzeugt, dass man die Bahn dorthin entwickeln kann, dass die Region damit eine Freude hat. Und dazu gehören eben der Nahverkehr und der Dampfzug“, legt der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Kittl nach. Und er hat gleich ein Beispiel bei der Hand: „Die Länder Salzburg und Oberösterreich haben sich geeinigt, in die Gleisstrecke der Schafbergbahn zwölf Millionen Euro zu investieren. Bei der Schafbergbahn handelt es sich um eine rein touristische Einrichtung. Da müsste doch auch mit der Achenseebahn etwas gelingen. Ich vergesse aber auch nicht die bisherige Hilfestellung von Land und Gemeinden für die Bahn.“ Bei der Hauptversammlung werde jedenfalls Klartext geredet werden müssen, wohin der Weg geht.

Obwohl die Achenseebahn seit dem Jahr 2015 nicht mehr mit einem mittelfristigen Investitionsprogramm in der Höhe von fast 3,2 Millionen im Zeitraum von fünf Jahren rechnen kann, habe man eine Rauchgaswaschanlage anschaffen können. „Jüngst stand die Erneuerung aller Wellen von drei Dampflokomotiven an. Der Geldmittelentzug für Infrastruktur führt sicherlich zu einer großen Marktverzerrung und Entwicklungsbehinderung“, zeigt Fuchshuber auf.

Während der Fahrsaison werden bei der Bahn 19 Personen beschäftigt, Dauerarbeitsplätze gibt es zehn. Zufrieden ist der Vorstand mit der bisherigen Fahrgastfrequenz.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren


Schlagworte