Schäden und Verletzte: Festival in Bayern nach Unwetter abgesagt

Das heftige Unwetter über Bayern hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Für das Chiemsee-Summer-Festival bedeutete es das vorzeitige Aus. Auch in Sachsen wurde das Programm eines Festivals durcheinandergewirbelt.

Das Chiemsee Summer Festival musste abgebrochen werden.
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Übersee – Wegen des heftigen Unwetters in weiten Teilen Bayerns muss der letzte Tag des Chiemsee-Summer-Festivals komplett ausfallen. Die Verwüstung auf dem Gelände in Übersee (Landkreis Traunstein) und die Schäden an den Bühnen seien zu groß, teilten die Veranstalter mit. Außerdem hatten am Freitagabend rund 50 Menschen medizinisch versorgt werden müssen.

Rund 50 Festivalbesucher mussten medizinisch behandelt werden.
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Für viele Besucher stellte sich die Heimreise am Samstagmittag allerdings als Geduldsprobe heraus. Aufgrund der vielen Schäden des Unwetters, etwa umgestürzte Bäume, kommt es zu langen Wartezeiten. Zwar wurden Busse zur Verfügung gestellt, allerdings seien die Straßen vielerorts blockiert, sagte ein Sprecher. Am frühen Nachmittag seien nur noch einzelne Besucher auf dem Festivalgelände gewesen, um ihr Hab und Gut zusammenzupacken.

Besucher medizinisch betreut

Das Unwetter mit starken Sturmböen hinterließ eine Spur der Verwüstung:Sogar das für Starkwinde ausgelegte Hauptzelt auf dem Chiemsee Summer sei beschädigt worden. An einem Riesenrad wurden Gondeln nach Polizeiangaben vorsorglich abmontiert. Lange Zeit rückte die Wasserwacht aus, um nach einem vermeintlich gekenterten Ruderboot zu suchen. „Diese Mitteilung hat sich jedoch nicht bestätigt oder die Havarierten konnten sich selbst helfen.“

Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.
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Auch die Besucher des Festivals blieben nicht verschont: 50 Menschen mussten medizinisch behandelt werden. Darunter auch viele, die durch die Ereignisse verängstigt waren und psychologische Betreuung in Anspruch nahmen, wie die Organisatoren mitteilten. 20 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, teilte ein Pressesprecher mit: „Es gibt keine lebensbedrohlichen Verletzungen, was uns sehr erleichtert.“

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Zweites Festival betroffen

Die Festival-Veranstalter hatten Verletzte über Soziale Netzwerke zu Sanitätern dirigiert. Außerdem wurde eine Info-Hotline für diejenigen eingerichtet, die Begleiter suchten. Weil die Campingplätze total verwüstet wurden, öffneten Notunterkünfte für die Besucher.

Der Schaden dürfte enorm ausfallen.
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„Die Gewitterneigung war bekannt, nun ist das südöstliche Oberbayern jedoch von einem weit heftigeren als von den Wetterdiensten zunächst prognostizierten Sturm überzogen worden“, hatte die Polizei in der Nacht mitgeteilt. Laut Deutschem Wetterdienst waren vor allem in Südbayern binnen kurzer Zeit erhebliche Regenmassen niedergeprasselt. Hinzu kamen den Angaben zufolge schwere Sturmböen. Einige seien mit weit mehr als 100 Kilometern pro Stunde orkanartig gewesen.

Auch in Sachsen musste ein Festival wegen des Unwetters unterbrochen werden. Das Highfield-Festival am Störmthaler See bei Großpösna sollte allerdings am Samstag planmäßig weitergehen. Wegen des Abbruchs waren am Freitagabend mehrere Auftritte ausgefallen - etwa von Clueso, Bosse, Alligatoah, die 257ers und Billy Talent.

Wanderhütte auf Autobahn geweht

Bei dem Unwetter am Freitagabend in Bayern hat der Sturm in Oberfranken eine Wanderhütte mitgerissen und auf die Autobahn 73 geschleudert. Dort blieb sie nach Polizeiangaben vom Samstag auf der rechten Fahrspur und dem Seitenstreifen liegen. Die Holzhütte stand in der Nähe von Meeder im Landkreis Coburg rund 30 Meter neben der Autobahn und hielt vermutlich einer Windhose nicht stand. Die Polizei sicherte die Fahrbahn ab. Die Straßenmeisterei Coburg beseitigte die zerstörte Hütte mit Kran und Motorsäge. (dpa)


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