Schulz: Europäer müssen sich Erdogan geschlossen entgegenstellen

Berlin (APA/dpa) - Deutschlands Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die auf Betreiben der Türkei erfolgte Festnahme des Kölner Schriftstellers...

Berlin (APA/dpa) - Deutschlands Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die auf Betreiben der Türkei erfolgte Festnahme des Kölner Schriftstellers Dogan Akhanli als „ungeheuerlichen Vorgang“ verurteilt. „Das Verhalten von Präsident (Recep Tayyip) Erdogan trägt inzwischen paranoide Züge“, sagte der SPD-Chef der „Bild am Sonntag“.

„Es muss mit aller Vehemenz darauf gedrungen werden, dass Herr Akhanli nicht in die Türkei ausgeliefert wird und stattdessen schnellstmöglich freigelassen wird.“ Es sei schon ein Skandal, wenn Erdogan in der Türkei unschuldige Menschenrechtsaktivisten und Journalisten verhaften lasse, sagte Schulz. „Wenn er dies nun auch außerhalb des Territoriums der Türkei versucht, müssen wir uns als Europäer dem entschlossen entgegenstellen und sagen: So nicht!“

Aus Sicht des deutschen Grünen-Chefs Cem Özdemir muss die EU ihre polizeiliche Zusammenarbeit mit der Türkei auf den Prüfstand stellen. „Es gilt jetzt, jeden Hinweis, der vom Erdogan-Regime kommt, genauestens zu prüfen, denn offensichtlich arbeitet die türkische Justiz nicht nach rechtsstaatlichen Prinzipien“, sagte Özdemir dem „Tagesspiegel“.

Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller war am Samstag war im Urlaub im Spanien auf Betreiben der Türkei festgenommen worden. Von 1985 bis 1987 war er in Istanbul in einem Militärgefängnis inhaftiert und wurde 1991 als politischer Flüchtling in Deutschland anerkannt, wo er seitdem lebt. Akhanli hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft. „Gegner des türkischen Regimes dürfen in Europa künftig nicht ungeprüft als Kriminelle verhaftet werden“, sagte Özdemir.

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