Nigerias Präsident nach über hundert Tagen aus London zurückgekehrt

Abuja/London (APA/AFP) - Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari ist nach mehr als hundert Tagen der medizinischen Behandlung aus Londo...

Abuja/London (APA/AFP) - Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari ist nach mehr als hundert Tagen der medizinischen Behandlung aus London in seine Heimat zurückgekehrt. Das Flugzeug des 74-Jährigen landete am Samstag am internationalen Flughafen der Hauptstadt Abuja. Das Präsidialamt kündigte für Montag eine Rundfunkansprache Buharis an.

Die lange Abwesenheit des Präsidenten hatte in Afrikas bevölkerungsreichstem Land zu politischer Verunsicherung geführt. Die schweren Gesundheitsprobleme des Präsidenten wurden bereits im Juni 2016 offenkundig. Damals begab er sich nach London, um sich nach offiziellen Angaben wegen einer chronischen Ohrentzündung behandeln zu lassen.

Buhari hatte im Wahlkampf mit Reformen und einem schärferen Kampf gegen die Korruption geworben. Seine krankheitsbedingten Abwesenheiten hatte die Frage aufgeworfen, in wie weit er noch zur Umsetzung seiner Pläne in der Lage ist.

In Nigerias Hauptstadt Abuja wurde zuletzt bei öffentlichen Kundgebungen der Rücktritt Buharis gefordert. Einer der Veranstalter, Deji Adeyanju, zeigte sich nun zufrieden: „Wir haben die Kundgebungen organisiert, um seine Rückkehr zu erreichen.“ Ein für Montag in der Wirtschaftsmetropole Lagos angekündigter Protest wurde nach der Nachricht von der Rückkehr Buharis abgesagt.

Bei der Präsidentenwahl 2015 behaupteten Buharis Widersacher, er leide an Prostata-Krebs. Buhari bestritt dies.

2010 war der damalige nigerianische Präsident Umaru Musa Yar‘Adua an einer Nierenerkrankung gestorben, über welche die Öffentlichkeit zuvor nicht unterrichtet worden war. Die langwierige Behandlung Yar‘Aduas im Ausland führte in Nigeria zu großer politischer Unsicherheit. Nach seinem Tod übernahm der damalige Stellvertreter Goodluck Jonathan das Amt.


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