Nun kehrt auch noch der schnellste Schwimmer Tirol den Rücken

Mit Blickrichtung Olympia 2020 in Tokio heuert Kraul-Rekordmann Alexander Knabl in Linz an. Universiade in Taiwan als Zwischenstation.

Alexander Knabl möchte bei der Universiade in Taiwan hohe Wellen schlagen und dann in Linz den nächsten Karriereschritt setzen.
© tlsv

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Die Abwanderung geht weiter. Tirols schnellster Kraulsprinter Alexander Knab­l wechselt nach Oberösterreich. „Ich habe hin und her überlegt. Um meine Ziele zu erreichen, muss ich aber gehen“, erklärt der 22-Jährige. Erst vor wenigen Tagen hatte der Pfaffenhofener das Kurzbahn-EM-Limit über 50 m Kraul fixiert und war als erster Tiroler über diese Strecke unter 22 Sekunden geblieben. Ab September schwimmt Knabl nun in Linz und für den dortigen ASV. Damit verlässt ein weiterer Spitzenschwimmer Tirol. „Nach 14 Jahren beim TWV Telfs blutet mir das Herz, aber es geht nicht anders. Wann, wenn nicht jetzt“, sagt Knabl und folgt Ex-Vereinskollege Bernhard Reitshammer nach Linz. Beide holen sich derzeit bei der Universiade in Taiwan einen Vorgeschmack auf Olympia 2020 in Tokio – das erklärte Ziel des Duos.

Kraulsprinter in Linz vereint

Mit Alexander Trampitsch (Steyr) sind in Oberösterreich nun – abgesehen vom weiteren Tiroler Robin Grünberger – die schnellsten Kraulsprinter vereint. „So eine Trainingsgruppe gibt es in ganz Österreich nicht“, schwärmt Wirtschaftsstudent Knabl. Zudem locken 50-m-Halle und mit Marco Wolf erstmals in seiner Karriere ein Profi-Trainer. Für seinen ehemaligen Coach Wolfgang Grünzweig bleibt der Oberländer aber voll des Lobes: „Wolf macht einen super Job, obwohl er voll berufstätig ist. Wir haben das beste Einvernehmen und er half mir auch bei meiner Entscheidung.“ So wie auch Freundin Theresa.

Liste der Abwanderer wird immer länger

Die Liste der abgewanderten Schwimmer verlängert sich also um einen weiteren Namen. Von den fünf für die Kurzbahn-EM im Dezember qualifizierten Tirolern schwimmt nur noch Grünberger in Innsbruck. Reitshammer, Lena Kreundl, Caroline Hechenbichler und jetzt auch Knabl starten für Linz. Dazu kommen noch Universiade-Teilnehmerin Christina Nothdurfter in Graz und Michelle Pawlik in Salzburg. Weil nicht in einem Landes-, sondern dem Bundesleistungszentrum Südstadt aktiv, durften zumindest Junioren-WM-Starter Xaver Gschwentner und Lena Opatril bei ihrem Heimatklub (SC Innsbruck) bleiben und weiterhin für Tirol Medaillen und Rekorde sammeln.

Ein Ende der Wechsel ist derzeit nicht abzusehen. Nicht nur Aktive zieht es fort. SCI-Trainer Dieter Sofka arbeitet ab September für die SG Mönchengladbach. Und auch zwischen den Vereinen wird heuer eifrig gewechselt, die Frist läuft noch bis Ende August. Bereits fix ist aber, dass TWV-Coach Caroline Reitshammer die Nachfolge von Sofka beim Stadt-Konkurrenten antritt.


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