Türkische Autoren - Kern zu Auslieferungsbegehren: „Skandalös“

Wien/Ankara (APA) - Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) will sich bei seinem spanischen Amtskollegen Mariano Rajoy dafür einsetzen, dass der ...

Wien/Ankara (APA) - Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) will sich bei seinem spanischen Amtskollegen Mariano Rajoy dafür einsetzen, dass der türkisch-schwedische Autor Hamza Yalzin und der türkischstämmige, deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli nicht von Spanien an die Türkei ausgeliefert werden.

Es sei „schon inakzeptabel, dass (der türkische Präsident Recep Tayyip) Erdogan in der Türkei Menschenrechtsaktivisten und Journalisten verfolgt. Das jetzt auch im europäischen Ausland zu versuchen, ist ein neuerlicher Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen der EU und der Türkei“, schrieb Kern auf seiner Facebook-Seite. Die Festnahme von Yalzin und Akhanli auf Basis einer internationalen Polizeikooperation in Spanien sei ein „skandalöser“ Vorgang.

„So sinnvoll ein gutes Einvernehmen mit der Türkei wäre, so wenig ist dieses totalitäre, menschenverachtende Vorgehen zu tolerieren“, so der Kanzler weiter. Den Versuchen Erdogans, seine Macht ins Ausland auszudehnen, sei entschieden entgegenzutreten.

Yalcin lebt in Schweden und schreibt für ein der Regierung in Ankara kritisch gegenüberstehendes Online-Magazin. Er besitzt sowohl die schwedische als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wird ihm vorgeworfen, Erdogan beleidigt und „Propaganda“ für eine „terroristische Vereinigung“ betrieben zu haben.

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Akhanli war am Samstag auf Betreiben der Türkei an seinem spanischen Urlaubsort festgenommen worden. Sein Anwalt hält das türkische Festnahmegesuch für politisch motiviert. Akhanli stammt aus der Osttürkei, ist aber deutscher Staatsbürger. Akhanli war nach dem türkischen Militärputsch von 1980 jahrelang inhaftiert. Er floh 1991 nach Deutschland und nahm 2001 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Er steht der jetzigen türkischen Regierung kritisch gegenüber. Auch Deutschland will die Auslieferung Akhanlis verhindern.


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