Der Wind hat sich gedreht

Mit zwölf Treffern in zwei Spielen hat sich der FC Kufstein beeindruckend aus der Krise geschossen. In Wörgl scheint dagegen nach dem 0:5 in Seekirchen der Hut zu brennen.

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Von Tobias Waidhofer

Kufstein, Wörgl — Vor einer Woche sah die Lage im Westliga-Unterland noch ganz anders aus: Wörgl hatte am 12. August zwar eine 0:4-Niederlage in Grödig einstecken müssen, trotzdem lobte Trainer Denis Husic damals in der TT: „Wir waren fleißig, ich bin begeistert von der Leistung meiner Mannschaft."

In Kufstein schimpfte hingegen Präsident Hannes Rauch nach dem 0:1 gegen Schwaz und vier Meisterschaftsspielen ohne eigenen Treffer. Zwei Spiele und zwölf Tore (7:1 gegen Hard, 5:0 beim FC Pinzgau) später hat sich der Wind in der Festungsstadt ebenso gedreht wie in Wörgl. „Nicht regionalligatauglich! Dieser Auftritt ist unverzeihlich", war Trainer Denis Husic nach dem 0:5 gegen See­kirchen kaum zu beruhigen. Der Krisenherd im Westliga-Unterland ist von Kufstein weiter nach Wörgl gewandert.

Kurios mutet bei den Kufsteinern an, dass der Tor-Knoten erst platzte, als der eigentlich als Torgarantie verpflichtete Marco Hesina im Pinzgau mit einem Kreuzband­riss früh vom Rasen hinken musste. „Der Knoten wäre auch mit ihm geplatzt", antwortet Trainer Markus Duftner, den die Befreiungsschläge vor allem „für die Spieler freuen. Das Selbstvertrauen war ja nicht unbedingt groß." Man hätte das Erfolgserlebnis gebraucht. „Nach dem ersten Tor im Pinzgau ist einiges von uns abgefallen. Das hat man gemerkt", schnaufte Duftner nach einer ebenso intensiven wie erfolgreichen englischen Runde kräftig durch.

Nach dem Ausfall von Hesin­a tat sich besonders der Ex-Schwazer Ramo Buljubasic mit vier Treffern in zwei Spielen hervor, auch Tiroler-Liga-Torschützenkönig Stefan Hussl scheint nach zwei Jokertoren in der Westliga angekommen. „Wir müssen weiter hart arbeiten und genau so weitermachen", sieht Duftner den Kufsteiner Himmel noch lange nicht voller Geigen. So wie er nach vier torlosen Spielen zum Start nicht alles schwarzgesehen hatte. Der „Dufti" bleibt im gewohnt unruhigen Kufsteiner Umfeld ein Ruhepol. So wie Kapitän Matthias Treichl, der nach einigen Spielen in der Innenverteidigung wieder in der Mittelfeld-Zentrale erfolgreich für Ordnung sorgte.

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Von einem Ruhepol war Wörgl-Coach Denis Husic nach dem 0:5 in Seekirchen dagegen weit entfernt. Nach dem 0:6 in St. Johann und dem Cup-0:7 in Vöcklamarkt war es die dritte empfindliche Schlappe der Saison — das bereits angesprochene 0:4 in Grödig gar nicht eingerechnet. Und auch am Sonntag war der Ärger noch nicht verflogen. „Ich stehe zu meinen Worten. Jetzt wird es Caramba spielen", kündigte Husic an. „Alle fangen mit dem heutigen Training bei null an. Jetzt können sich auch die Alten beweisen." Denn „einige Herren" hätten schon in St. Johann „ihren Beitrag zur Niederlage geleistet".

Namen wollte Husic keine nennen: „Nächste Woche wird hundertprozentig eine komplett neue Mannschaft auf dem Feld stehen." Klingt nach Feue­r in Wörgl. Aber mit Blick nach Kufstein weiß auch Husic: Der Wind kann sich schnell drehen.


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