Grenzwerte auch in Vomp massiv überschritten

Der höchste Jahresmittelwert an Stickstoffdioxid wurde 2016 bei der Raststätte Vomp auf der Inntalautobahn gemessen.

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Wien –Diesel-Fahrzeuge verursachen im Vergleich zu Benzinern mehr Feinstaub und stoßen erhöht Stickoxide (NOx) aus. Sowohl in Sachen PM10-Feinstaub als auch bei Stickstoffdioxid (NO2) werden die von EU oder national vorgegebenen Grenzwerte in Österreich lokal immer wieder überschritten. Das geht aus Emissionsdaten des Umweltbundesamts hervor. Langfristig wird jedoch ein Rückgang verzeichnet.

Beim zu den Stickoxiden zählenden NO2 gilt ein EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter als Jahresmittel. Dieser wurde – laut Bundesumweltamt – im Vorjahr an elf von 142 Messstellen in Österreich überschritten. Der höchste Jahresmittelwert an Stickstoffdioxid wurde mit 54,3 Mikrogramm pro Kubikmeter bei der Raststätte Vomp auf der Inntalautobahn (A12) erreicht. Auch bei weiteren verkehrsnahen Messstellen in Salzburg, Wien, Oberösterreich, Vorarlberg und in der Steiermark gab es Grenzwertüberschreitungen.

Bei PM10-Feinstaub (Partikel mit einem Durchmesser von unter zehn Mikrometern) gilt ein Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter im Tagesmittel. Nach EU-Luftqualitätsrichtlinie sind im Jahr 35 Überschreitungen zulässig, gemäß heimischem Immissionsschutz-Gesetz Luft (IG-L) sind es 25 Überschreitungen. Der österreichische Jahresgrenzwert wurde heuer bereits an mehreren Messstellen in der Steiermark überschritten. An fünf Orten in Graz gab es mehr als 25 Tage mit über 50 Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter, Spitzenreiter war die Messstelle Graz Don Bosco mit 34 Tagen über dem vorgegebenen Tagesmittelwert. 30 Tage waren es außerdem in Leibnitz. Kittsee im Burgenland hielt bis 17. August genau beim Grenzwert von 25 Tagen.

Die Feinstaub-Belastung in Österreich lag im Vorjahr laut Umweltbundesamt „deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre und ist damit ähnlich wie in den bisher am niedrigsten belasteten Jahren 2014 und 2015“. Wesentlichster Grund dafür war das warme Wetter in den Wintermonaten. Die Belastung der Luft mit Feinstaub ist auf direkte Emissionen und auf die Bildung so genannter sekundä­rer Partikel zurückzuführen.

Der Großteil der Feinstaub-Emissionen wird 2015 von Industrie (36 Prozent), Landwirtschaft (21 Prozent), Kleinverbrauch (19 Prozent) und Verkehr (18 Prozent) verursacht. Im Verkehrssektor sei es Feinstaub aus Motoren, vorrangig aus Dieselmotoren, andererseits aus Brems-, Reifenabrieb und Straßenstaub, sagen Experten. (APA)


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