IS reklamiert Angriff mit sieben Verletzten in Russland für sich

Moskau (APA/dpa) - Russische Behörden sehen eine Messerattacke mit sieben Verletzten in der sibirischen Stadt Surgut nicht als Terroranschla...

Moskau (APA/dpa) - Russische Behörden sehen eine Messerattacke mit sieben Verletzten in der sibirischen Stadt Surgut nicht als Terroranschlag an, obwohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert hat. „Die Ermittler untersuchen alle möglichen Versionen des verübten Verbrechens“, teilte das staatliche Ermittlungskomitee am Sonntag in Moskau mit.

Das Komitee als oberste russische Strafverfolgungsbehörde habe den Fall „wegen der großen öffentlichen Resonanz“ an sich gezogen, sagte Sprecherin Swetlana Petrenko.

Am Samstag war ein Mann durch das Zentrum von Surgut - 2100 Kilometer östlich von Moskau - gelaufen und hatte sieben Menschen mit einem Messer verletzt. Als er sich der Festnahme widersetzte, sei er erschossen worden, teilte das Ermittlungskomitee mit. Der Getötete sei ein 1998 geborener Einwohner von Surgut gewesen, sagte Petrenko. Die Behörden prüften Hinweise auf psychische Störungen bei ihm.

Der Angreifer habe zu den „Soldaten des Islamischen Staates“ gehört, meldete das IS-Sprachrohr Amak. Die Echtheit der Nachricht ließ sich nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet.

Russische Medien verwiesen auf Ähnlichkeiten der Attacke mit dem mutmaßlichen Terroranschlag vom Freitag in Finnland. Örtliche Berichte in Surgut stellten die Bluttat folgenschwerer dar als die Behörden. So war die Rede davon, dass es mehrere Angreifer mit Messern und Schusswaffen gewesen sein könnten. Ein Mann wurde festgenommen. Bei ihm erwies sich nach Polizeiangaben aber, dass er mit dem Angriff nichts zu tun gehabt habe.

Der IS hat mehrfach Anschläge in Russland für sich reklamiert, auch einen Überfall auf russische Nationalgardisten in Tschetschenien im Nordkaukasus mit sechs Toten. Im April zündete ein 22-Jähriger aus Kirgistan eine Bombe in der U-Bahn von St. Petersburg und riss 15 Menschen mit in den Tod. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB sucht seitdem unter Zuwanderern aus dem muslimisch geprägten Zentralasien nach möglichen Terroristen.

Vier Opfer schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr, wie russische Medien unter Berufung auf Ärzte berichteten. Surgut zählt etwa 300.000 Einwohner und ist ein Zentrum der sibirischen Ölindustrie.


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